Behandlung und Konzept

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Neue Wege in der Schmerztherapie

Die Schmerzklinik Kiel wurde als wissenschaftliches Modellprojekt 1997 gegründet und beschritt mit dem Beginn der Patientenversorgung neue Wege in der Schmerztherapie.

Der Behandlungsschwerpunkt zielt auf chronische neurologische Schmerzerkrankungen, insbesondere Migräne- und Kopfschmerzerkrankungen, Schmerzerkrankungen der Muskulatur und des Bewegungsapparates, Schmerzen bei Erkrankungen des peripheren und zentralen Nervensystems und Schmerzen bei Unfallschäden und bei Nervenverletzungen.

Ziel unserer Klinik ist es, das gesamte Wissen, das international für die Versorgung von chronischen Schmerzen verfügbar ist, unmittelbar den Patienten zukommen zu lassen und dabei hochspezialisiert die Belange von Menschen mit chronischen Schmerzen zu berücksichtigen. Daneben gilt unsere Aufmerksamkeit der Erforschung von neurologischen Schmerzerkrankungen, Migräne und anderen Kopfschmerzen, um die zukünftige Behandlung weiter zu verbessern

Eine mehrjährige unabhängige wissenschaftliche Begleitforschung der AOK-Schleswig-Holstein und der Gesellschaft für Systemberatung im Gesundheitswesen hat bestätigt, dass mit dem Behandlungskonzept der Schmerzklinik Kiel Schmerzen nachhaltig gelindert werden. Dadurch können die Patienten soziale und berufliche Tätigkeiten wieder aufnehmen. Zugleich werden die direkten und indirekten Kosten chronischer Schmerzerkrankungen deutlich gesenkt. In den vergangenen zehn Jahren hat unser Schmerzklinik-Kiel-Team mehr als 10 000 stationäre Behandlungen und über 50 000 ambulante Behandlungen vorgenommen. Ca. 30 % der behandelten Patientinnen und Patienten kamen aus Schleswig-Holstein und ca. 70% aus dem gesamten Bundesgebiet sowie dem Ausland.

Die Konzeption der Schmerzklinik Kiel hat moderne Entwicklungen in der Medizin vorausgenommen, insbesondere die integrierte Versorgung. Integrierte Versorgung bedeutet, dass die Behandlung nicht durch Fachgrenzen eingeschränkt wird. Auch die Abschottung von ambulanten und stationären Versorgungsbereichen wird aufgehoben. Experten der verschiedenen medizinischen Fachgebiete wirken zusammen, um die Patienten mit zeitgemäßen wissenschaftlichen Methoden Hand in Hand zu behandeln. Die ambulante und stationäre Behandlung ist eng aufeinander abgestimmt.
Ablauf der integrierten Versorgung Schmerzklinik Kiel
Das im Jahre 2007 mit der Techniker Krankenkasse initiierte Behandlungsnetzwerk greift diese Erfahrungen auf und nutzt sie bundesweit. Dazu wurde erstmals ein flächendeckendes koordiniertes Versorgungsnetzwerk geschaffen, um die Behandlungsqualität überregional zu verbessern. Die Schmerzklinik Kiel übernimmt dabei die bundesweite Koordination des Netzwerkes, die umfassende Information der Patienten, die Fortbildung und den Erfahrungsaustausch der Therapeuten.

Mit der AOK Schleswig-Holstein wurde die koordinierte Versorgung landesweit umgesetzt. Zahlreiche weitere regionale und überregionale Krankenkassen nutzen diese innovativen Versorgungskonzepte für ihre Versicherten.

Mit der Umsetzung des Konzeptes bietet die Schmerzklinik Kiel – in ihrer Form einzigartig in Deutschland – eine speziell auf Patienten mit chronischen Schmerzen ausgerichtete koordinierte ambulante und stationäre neurologisch-verhaltensmedizinische Behandlung an. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Schmerzklinik Kiel sind Spezialisten verschiedener medizinischer und psychologischer Fachgruppen. Sie sorgen sich ausschließlich um die Belange von Patienten mit chronischen Schmerzen und machen die aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse für die Anwendung unmittelbar verfügbar.

Unsere Homepage stellt Ihnen unsere Klinik vor. Sie finden ausführliche Informationen über aktuelle Projekte zur integrierten Versorgung, über die Aufnahmemöglichkeiten, interdisziplinäre Schmerzkonferenzen, Fortbildungen und das Behandlungskonzept. Bitte zögern Sie nicht, sich bei weiteren Fragen direkt an uns zu wenden.

Mit freundlichen Grüßen
Prof. Dr. med. Dipl.-Psych. Hartmut Göbel
Facharzt für Neurologie, Spezielle Schmerztherapie,
Psychotherapie, Diplom-Psychologe

Interview

Welche Besonderheiten zeichnen das Behandlungskonzept aus?

Prof. Göbel: Unser Behandlungskonzept konzentriert sich auf Migräne, chronische Kopfschmerzen und andere neurologische Schmerzerkrankungen. Diese zählen zu den zehn am stärksten behindernden Leiden und gleichzeitig zu den drei teuersten neurologischen Erkrankungen. Traditionelle sektorale Versorgungs- und medizinische Fachgrenzen verstärken deren Chronifizierungs- Tendenz. Die Schmerzklinik Kiel wurde im Jahre 1997 als wissenschaftliches Modellprojekt aus der Uniklinik Kiel heraus gegründet und von der AOK Schleswig-Holstein vertraglich unterstützt. Mit der Techniker Krankenkasse wurde das Konzept dann für die bundesweite Versorgung adaptiert und ein innovatives ambulant-stationäres Behandlungsnetz mit über 400 niedergelassenen Schmerztherapeuten bundesweit initiiert. Heute arbeitet die Klinik als bundesweit anerkanntes Zentrum im Rahmen der multimodalen Schmerztherapie mit abgestimmten Behandlungsplänen und regionalen Schmerztherapeuten in Praxen und Kliniken zusammen. Unsere Klinik behandelt jährlich über 1.500 Patienten aus dem gesamten Bundesgebiet, ca. ein Viertel der Patienten kommt aus Schleswig-Holstein. Um die Versorgung für alle Patienten bereit zu stellen, erfolgte Ende 2013 die Aufnahme in den Krankenhausplan des Landes.

Wie werden die Ziele erreicht?

Prof. Göbel: Kern ist die multimodale Schmerztherapie, d.h. die konsequente fachübergreifende Umsetzung des differenzierten Leistungsbedarfs an den Bedürfnissen der Patienten, indikationsspezifische Kooperation spezialisierter Behandler und telemedizinische Vernetzung. Dazu kommen Benchmark-Preise für DRG-basierte Verläufe, Gewährleistung auf einen definierten Behandlungserfolg sowie effiziente Verwaltung. Schmerzen werden nachhaltig gelindert, Lebensqualität wird wieder aufgebaut, die Arbeitsfähigkeit wieder hergestellt. Die Klinik hat mehrfach Auszeichnungen für ihr innovatives Behandlungskonzept erhalten. Die Patientenzufriedenheit im bundesweiten Behandlungsnetz ist sehr hoch. Dies wird uns immer wieder von Patienten und auch den Krankenkassen bestätigt.

Welche Bedeutung hat die Vernetzung mit regionalen Schmerzexperten?

Prof. Göbel: Basis einer erfolgreichen Schmerztherapie ist die wohnortnahe Verbesserung der Versorgung durch regional mit der Klinik vernetzte Spezialisten. Kann trotz spezieller regionaler Expertise vor Ort die Behandlung nicht zielführend erfolgen, können die Patienten zur hochintensiven vollstationären Behandlung in der Schmerzklinik Kiel aufgenommen werden. Es erfolgt nach Entlassung eine mindestens einjährige wohnortnahe Nachbetreuung zur Aufrechterhaltung des Behandlungserfolges. Dabei sind die Patienten aktiv eingebunden, entwickeln auch ein besseres Verständnis für ihre Krankheit durch Einsatz moderner telemedizinischer Techniken. Die Patienten können so das Behandlungsergebnis direkt positiv beeinflussen. Unser Therapieerfolg und die Zufriedenheit der Patienten resultiert gerade aus der Zusammenarbeit von regionaler Kompetenz vor Ort und unserer Spezialisierung mit bundesweiter Ausstrahlung.

Welche zentralen Herausforderungen für die schmerztherapeutische Versorgung in den nächsten Jahren sind zu bewältigen?

Prof. Göbel: Die Anforderungen für die Weiterbildung in spezieller Schmerztherapie sind sehr hoch, die Behandlung chronischer und komplexer Krankheitsbilder erfordert intensiven Einsatz. Es gilt, Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass junge Ärztinnen und Ärzte diese Hürden auf sich nehmen. Die Zusammenarbeit zwischen innovativen Krankenkassen und Spezialisten hat über die Regelversorgung hinaus bundesweit beispielhafte Fortschritte in der Versorgung ermöglicht. Diese müssen aufrechterhalten und ausgebaut werden. Hier war Schleswig- Holstein in den vergangenen Jahren in einer Spitzenposition im Vergleich zu vielen anderen Ländern. Diesen Vorsprung sollten wir nutzen. Die Zulassung als Plankrankenhaus und der Abschluss eines Versorgungsvertrages mit allen Krankenkassen sollten hierfür auch eine nachhaltige wirtschaftliche Basis schaffen.

Unser Standort

Schmerzklinik Kiel

Heikendorfer Weg 9-27
D-24149 Kiel

info@schmerzklinik.de
www.schmerzklinik.de

Infos: Stationäre Aufnahme
Infos: Ambulante Behandlung
Telefon: 0431-200990
Telefax: 0431-20099129

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