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Tag-Archiv für 'Migräne'

Migräne- und Schmerztherapie der Zukunft

Migräne- und Schmerztherapie der Zukunft

Die Integrierte Versorgung wird als “die Versorgungsform der Zukunft” bezeichnet. Hinter dem Begriff verbirgt sich ein einfaches, aber sehr effektives Vorgehen: Die verschiedenen Leistungsbereiche des Gesundheitswesens – die ambulante, die vollstationäre und die rehabilitative Versorgung von Patientinnen und Patienten – sollen mit dem Ziel einer interdisziplinär-fachübergreifenden und sektorenübergreifenden Zusammenarbeit im Gesundheitswesen vernetzt werden. Gesundheitsberufe unterschiedlicher Fachrichtungen in Praxen und Krankenhäusern können nicht nur verstärkt miteinander, sondern auch mit nicht ärztlichen Leistungserbringern kooperieren. Die Integration schließt auch Patientinnen und Patienten, Selbsthilfegruppen und Krankenkassen ein. Integrierte Versorgung hat Prozesscharakter, sie muss permanent verwirklicht werden von allen am Gesundheitswesen Beteiligten weiterentwickelt werden.

Das bundesweite Kopfschmerzbehandlungsnetz

Das bundesweite Kopfschmerzbehandlungsnetz

Integrierte Versorgung vernetzt interdisziplinär-fachübergreifend und sektorenübergreifend die Zusammenarbeit im Gesundheitswesen. Die gemeinsame Arbeit an klar definierten Therapiezielen sind die wesentlichen Voraussetzungen für eine medizinisch erfolgreichere und wirtschaftlich effizientere Versorgung. Kreativität in der Realisierung der integrierten Versorgung ermöglicht zudem einen Wettbewerb um wirksamere Ideen und um die bessere Lösung.

Die Vernetzung der einzelnen Sektoren optimiert die Versorgungsqualität über therapeutische Synergieeffekte, vermeidet unnötige Wartezeiten und Doppeluntersuchungen und führt damit zu einer erhöhten Behandlungsqualität und auch zu einer effizienteren Verwendung von Versichertengeldern. Die Zukunft medizinischer Patientenversorgung liegt in der Vernetzung. Erfolgreiche medizinische Kompetenz-Netzwerke, die eine sektoren- und facharztübergreifende Versorgung unter Einbeziehung von Klinik, ambulanter und stationärer Rehabilitation, Heil- und Hilfsmittelerbringern und Apotheke sowie Pflege anbieten, zeichnen sich heute vor allem aus durch:

  • Orientierung des Leistungsangebotes an den Bedürfnissen der Patienten
  • Medizinische Versorgung der gesamten Patientenkarriere aus einer Hand
  • Indikationsspezifische Kooperation spezialisierter High-Volume-Anbieter
  • Telemedizinische Vernetzung der Leistungserbringer
  • Kassenartenübergreifende und versicherungsunabhängige Leistungsangebote
  • Transparenz über Leistungen, Preise und Qualität
  • Benchmark-Preise für DRG-basierte Patientenkarrieren
  • Garantie und Gewährleistung auf einen definierten Behandlungserfolg
  • Schlanke Verwaltung, offene Grenzen und klare Identität

Organisation des Gesundheitssystems unterhält Schmerzen

Chronische Kopf- und Gesichtsschmerzen sind die Volkskrankheit Nr. 1. In Deutschland geben 54 Millionen Menschen Kopfschmerzen als gravierendes Gesundheitsproblem im Laufe ihres Lebens an. Pro Jahr werden bundesweit mehr als 3 Milliarden Ein­zeldosierungen von Schmerzmitteln eingenommen, 85% davon wegen Kopf­schmerzen. Die Behandlung von Kopfschmerzen verdeutlicht beispielhaft, wie das sektoral aufgesplitterte und auf Kollektivverträgen basierende Gesundheitssystem selbst dazu führen kann, dass Erkrankungen chronifizieren und Schmerzen dauerhaft bestehen bleiben. Die traditionelle Regelversorgung von Kopfschmerzpatienten erfolgt in abgegrenzten Sektoren des Gesundheitssystems. Viele Betroffene mit chronischen Kopfschmerzen behandeln sich aufgrund mangelnder Effizienz außerhalb des professionellen Systems. Sie informieren sich im Bekanntenkreis, über die Publikumspresse und in der Apotheke über die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten bei Kopfschmerzen. Durch die nicht zufriedenstellende Behandlung im medizinischen Bereich brechen sie oft eine professionelle Therapie ab und weichen enttäuscht auf Außenseitermethoden aus. Über Monate und Jahre entwickelt sich eine weitere Chronifizierung der Kopfschmerzerkrankung, schwerwiegende Organkomplikationen und schwerwiegende psychische Konsequenzen führen die Patienten dann wieder in eine teure medizinische Behandlung zurück.

Bundesweite Kopfschmerzbehandlungsnetz verbessert die Behandlungsqualität

Neue Versorungslandschaften in der Kopfschmerztherapie

Neue Versorungslandschaften

Mit dem bundesweiten Kopfschmerzbehandlungsnetz wurde erstmals ein flächendeckendes koordiniertes Versorgungsnetzwerk geschaffen, um die Behandlungsqualität überregional zu verbessern. Die Schmerzklinik Kiel übernimmt dabei die bundesweite Koordination des Netzwerkes, die umfassende Information der Patienten, die Fortbildung und den Erfahrungsaustausch der Therapeuten. Ein bundesweites Netzwerk von ambulant und stationär tätigen Schmerztherapeuten in Praxen und Kliniken wirkt Hand in Hand zusammen, um Schmerzen fach- und sektorenübergreifend mit modernen Methoden optimal zu lindern. Die Qualität der Behandlung ist durch kontinuierliche wissenschaftliche Begleitforschung belegt, die nachhaltige Kosteneffizienz in allen Sektoren des Gesundheitssystems ist durch Analyse der direkten und indirekten Kosten bestätigt. Mittlerweile sind fast alle großen Krankenkassen dem Versorgungsprojekt beigetreten. Das Behandlungsnetz  belegt die hohe klinische und wirtschaftliche Effizienz der spezialisierten Schmerztherapie. Es zeigt, dass durch eine  effektive  und zeitgemäße koordinierte Therapie Schmerzen effektiv gelindert, Kosten nachhaltig gesenkt und Arbeitsunfähigkeit abgewehrt werden können. Die Patientenzufriedenheit ist sehr hoch. Über Risk-Share-Regelungen können auch die Leistungserbringer direkt am Erfolg ihrer Therapie partizipieren. Das Behandlungsnetz ist ein Beispiel für ein überregionales Netzwerk unter Einbindung spezialisierter Medizinkompetenz, das die Entwicklung neuer hocheffektiver Versorgungslandschaften ermöglicht.

Weitere Einzelheiten sind in einer aktuellen Übersichtsarbeit detailliert beschrieben.


Neu! 5. Auflage: Erfolgreich gegen Migräne

Der Patientenratgeber „Erfolgreich gegen Kopfschmerzen und Migräne” von Prof. Hartmut Göbel erscheint im Oktober 2009 in der vollständig aktualisierten 5. Auflagegobel-erfolgreich-gegen-kopfschmerzen-und-migrane-5-auflage-20101

Kopf hoch – denn gegen Kopfschmerzen und Migräne können Sie selbst etwas tun !

  • Erkennen Sie Ursachen und Zusammenhänge
  • Nutzen Sie die neuen Möglichkeiten der Vorbeugung
  • Lernen Sie Kopfschmerzen und Migräne erfolgreich zu bewältigen

Professor Dr. Hartmut Göbel informiert Sie über:

  • Formen und Ursachen von Kopfschmerzen und Migräne
  • Moderne Diagnose-möglichkeiten
  • Zeitgemäße Strategien zur Vorbeugung
  • Aktuelle Medikamente
  • Alternative Behandlungsverfahren

Für Sie zusammengestellt:

  • Adressen von Selbsthilfegruppen und Kliniken
  • Neue Medikamente, deren Wirkungsweise, Nebenwirkungen und Tipps zur Einnahme
  • Checklisten, Kopfschmerzkalender und Schmerzfragebogen für die gezielte Diagnosenstellung und Behandlung

Was ist neu in der 5. Auflage? z.B:

  • Die 5. Auflage des erfolgreichsten deutschen Patientenratgebers erklärt verständlich die aktuellsten Entwicklungen in der Kopfschmerzvorbeugung und Kopfschmerzbehandlung. Die Ursachen von Kopfschmerzen werden verständlich beschrieben. Im Mittelpunkt stehen die Beseitigung der Ursachen, die gezielte Vorbeugung und Strategien zur Selbsthilfe bei Kopfschmerzen und Migräne.
  • Das Thema geht jeden an. Kopfschmerzen sind die Volkskrankheit, in Deutschland leiden mehr als 54 Millionen Betroffene. Kopfschmerzmedikamente gehören zu den häufigsten verwendeten Arzneimitteln. Entweder kennt man selbst Kopfschmerzen oder man kennt Betroffene, die an Kopfschmerzen leiden.
  • Die 5. Auflage vermittelt aus der praktischen Behandlung von Patienten eines überregionalen Kopfschmerzzentrums das zeitgemäße Wissen für die unmittelbare Versorgung von schwerbetroffenen Migräne- und Kopfschmerzpatienten. Die aktuellen Forschungsergebnisse werden unmittelbar für die Anwendung zur Verfügung gestellt. Den Leserinnen und Lesern wird vermittelt, was bei Kopfschmerzen und Migräneanfällen im Körper geschieht, wie sie selbst durch Verhaltensanpassung Kopfschmerzen vorbeugen können, welche Möglichkeiten der Kopfschmerzbehandlung es bei Kindern gibt, wie in bestimmten Lebenslagen, insbesondere Schwangerschaft, Stillzeit, Menstruation etc., Kopfschmerzen sicher und gezielt behandelt werden können.
  • Die Kopfschmerzwissenschaft hat sich als eines der erfolgreichsten und faszinierendsten Felder in der Medizin in den letzten Jahren entwickelt. Die genetischen Grundlagen, die zu Kopfschmerzleiden führen, sind mittlerweile besser bekannt. Die Bedeutung für die praktische Vorbeugung und Behandlung von Kopfschmerzen wird verständlich und praxisnahe erläutert.
  • Die aktuellen Forschungen haben zu völlig neuen medikamentösen Behandlungsmöglichkeiten geführt. Mittlerweile sind über 22 beschriebene Anwendungsformen von spezifischen Migränemitteln zur Attackentherapie bei Migräne verfügbar. Diese werden im praktischen Einsatz anwendungsnah beschrieben.
  • Die neuesten Möglichkeiten in der Attackentherapie bilden die sogenannten CGRP-Rezeptorenblocker. Diese ermöglichen eine gezielte Behandlung der Migräneattacken ohne Gefäßverengung. Die bisherigen Forschungsergebnisse und die möglichen Anwendungen werden erstmalig dargestellt.
  • Die neue Kopfschmerzklassifikation unterscheidet zahlreiche neue Kopfschmerzformen, die spezifisch behandelt werden können. Beispiele sind die chronische Migräne und der schlafgebundene Kopfschmerz. Diese Sonderformen benötigen spezielle und neue Therapiemaßnahmen. Die zeitgemäßen und modernen Behandlungsoptionen werden ausführlich erörtert.
  • Umstrittene Behandlungsformen wie zum Beispiel die Migränechirurgie oder bestimmte Stimulationsverfahren bei Clusterkopfschmerzen werden beschrieben und die wissenschaftliche Datenlage wird zeitgemäß beleuchtet.
  • Ein Hauptaugenmerk wird auf die praxisnahe Anwendung des aktuellen Wissens in der neuen Auflage gelegt. Insbesondere werden neue Versorgungsstrukturen wie das bundesweite Kopfschmerzbehandlungsnetz zur Versorgung von Kopfschmerzpatienten skizziert. Betroffene mit Migränekopfschmerz suchen in erster Linie eine kompetente Anlaufstelle. Das Buch zeigt auf, wie man sie findet.
  • Auch unkonventionelle Behandlungsverfahren und deren Stellenwert sowie Möglichkeiten und Grenzen werden nach dem aktuellsten Stand dargestellt.
  • Zusätzlich sind Adressen von Selbsthilfegruppen und Kliniken, die Wirkungsweise von Behandlungsmöglichkeiten, Checklisten, Kopfschmerzkalender und Schmerzfragebögen für die gezielte Diagnosestellung und Behandlung zusammengestellt.
  • Die neue Auflage gibt erstmals den Leserinnen und Lesern aktuelles Servicematerial im Internet an die Hand. Dort können Schmerzfragebögen, Schmerzkalender, Checklisten und weiteres Servicematerial für den individuellen Gebrauch heruntergeladen werden.

Aus dem Vorwort zur 5. Auflage

Die Behandlung von Kopfschmerzen hat sich in den letzten Jahren als eines der erfolgreichsten und faszinierendsten Felder der Medizin entwickelt. Viele Ursachen von Kopfschmerzen wurden aufgedeckt. Die Mechanismen, die Kopfschmerzen unterhalten und verschlimmern, sind eingehender bekannt. Kopfschmerzen können heute sehr präzise klassifiziert und diagnostiziert werden. Mittlerweile werden über 252 Hauptformen von Kopfschmerzen unterschieden. Dies ist zielführend, da die meisten Kopfschmerzformen ganz präzise und spezialisiert behandelt werden können. Bei den weit verbreiteten Kopfschmerzformen, insbesondere die Migräne und der Kopfschmerz vom Spannungstyp, spielt die Vorbeugung durch Verhaltensanpassung, Wissen und Information eine entscheidende Rolle. Ohne Kenntnis der Hintergründe, die Kopfschmerzen bedingen, unterhalten und komplizieren, ist eine erfolgreiche und nachhaltige Kopfschmerzbehandlung nicht möglich. Aber auch neue und innovative Medikamente stehen Kopfschmerzpatientinnen und -patienten heute zur Verfügung. Diese können, wenn sie gezielt eingesetzt werden, ebenfalls zu einer entscheidenden Besserung von Kopfschmerzen beitragen.

Das zeitgemäße und moderne Wissen muss jedoch den Betroffenen auch unmittelbar zur Verfügung gestellt werden. Dazu sind in den letzten Jahren völlig neue Ideen entstanden, wie Patientinnen und Patienten mit Kopfschmerzen zukünftig und zeitgemäß versorgt werden können. Neue Versorgungsstrukturen, wie das bundesweite Kopfschmerzbehandlungsnetz, wurden entwickelt. Diese ermöglichen eine schnelle Zurverfügungstellung des aktuellen Wissens für die bessere und nachhaltigere Behandlung von Betroffenen. Bei der koordinierten Versorgung sind die Vernetzung und die fachübergreifende Zusammenarbeit wesentliche Erfolgsgrundlagen. Krankenkassen und auch die Gesundheitspolitik haben die Bedeutung von Kopfschmerzen in den Mittelpunkt ihrer Aktivitäten gerückt. Neue vernetzte Organisationsstrukturen wurden aufgebaut, um bei den Betroffenen Schmerzen zu lindern und Kosten zu senken. Eine große Kraft in der Verbesserung der Versorgung geht auch von den Patientinnen und Patienten selbst aus. Sie tauschen sich in Selbsthilfegruppen und in Internet-Foren aus und engagieren sich für die bessere Versorgung von Migräne und Kopfschmerzen. Dies alles hat dazu geführt, dass heute Kopfschmerzen und Migräne so erfolgreich behandelt werden können wie nie zuvor in der Menschheitsgeschichte.

Hier können Sie das Vorwort und Inhaltsverzeichnis lesen!
Das schreibt die Süddeutsche Zeitung

Ladenpreis: EUR 22,95; Springer-Verlag Berlin Heidelberg New York:
ISBN-Nr.  978-3-642-01264-8
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ISBN-13 978-3-642-01264-8
5. Auflage 2010 Springer Medizin Verlag Heidelberg

ISBN 3-540-40777-4
4. Auflage 2004 Springer-Verlag Berlin Heidelberg New York

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

Springer Medizin Verlag Heidelberg 1994, 1998, 2002, 2004, 2010


Cindy McCain: Migräne anpacken, es ist Zeit!

Cindy McCains Ansprache zum Internationalen Kopfschmerzkongress

Cindy McCain: Zeit, sich der Sache anzunehmen

Cindy McCain: Zeit, sich der Sache anzunehmen

Cindy McCain, die Ehefrau des US-Präsidentschafts-kandidaten 2007/2008 John McCain, engagierte sich anlässlich des Internationalen Kopfschmerzkongresses 2009 in Philadelphia (USA) öffentlich für die Belange von Migräne- und Kopfschmerzpatienten. Cindy McCain unterstützte im Jahre 2000 die Präsidentschafts-kandidatur ihres Ehemanns, welcher damals gegen den republikanischen Mitbewerber George W. Bush unterlegen war. Besonders bekannt wurde sie auch für ihre Engagement während der Präsidentschaftskandidatur ihres Mannes im Jahre 2007/2008.

Cindy McCain ist selbst betroffene Migränepatientin. Ihr zentrales Statement wurde von vielen Betroffenen ersehnt:

„Ich bin eine von den vielen Millionen Betroffenen. Die Zeit ist überreif, sich der Sache anzunehmen”.

Ihre Rede wurde von den über 2000 internationalen Wissenschaftlern und Ärzten auf dem Internationalen Kopfschmerzkongress 2009 am 12. September 2009 in Philadelphia mit vielen minutenanhaltenden Standing Ovations bedacht. Cindy McCain formulierte drei Kernpunkte:

1.    „Verbessern Sie das Leben Ihrer Migränepatientinnen und Patienten, indem Sie zuhören, Bewusstsein und Aufmerksamkeit schenken und verstehen Sie, welch schwere Behinderung die Erkrankung sein kann”.

2.    „Arbeiten Sie mit führenden Politikern zusammen und machen Sie die gesundheitspolitische Bedeutung erkennbar. Entwickeln Sie einen Brain Trust um integrierte fachübergreifende Forschung und Versorgung zu fördern. Ermöglichen Sie die Umsetzung der wissenschaftlichen Forschung im Labor für die praktische Versorgung von Betroffenen und dass sich beide Bereiche gegenseitig inspirieren”.

3.    „Schaffen Sie eine öffentliche Bewusstseinskampagne um die Aufmerksamkeit für die Migräne- und Kopfschmerzerkrankungen zu verbessern und machen Sie deutlich, welche enormen körperlichen, medizinischen und psychologischen Erschwernisse die Erkrankung für die Betroffenen darstellt”.

Kunst in Philadelphia: Liebe

Kunst in Philadelphia: Liebe

Dr. Fred Sheftell, Präsident der amerikanischen Kopfschmerzgesellschaft sagte: „Cindy McCain hat ihr Lebenswerk dafür eingesetzt, dass Menschen auf der ganzen Welt ein besseres Leben realisieren können. Wir fühlen uns geehrt und begeistert, dass jemand mit ihrer Prominenz und Glaubwürdigkeit aufsteht und sich gegen die Stille und Anonymität dieser Erkrankung Gehör verschafft. Sie ist eine wahre Heldin für Migränepatientinnen und -patienten weltweit”.

Cindy McCain forderte während ihrer Ansprache mit klaren Worten: „Meine Mission ist es, nachdrücklich darauf zu dringen, dass mehr Bewusstsein und mehr Respekt für Migränepatientinnen und -patienten in der medizinischen Gemeinschaft aufgebracht wird. Auch unsere Gesellschaft muss dafür Sorge tragen, dass mehr wissenschaftliche Anstrengungen in der Versorgung für Kopfschmerzpatienten geleistet werden”.

International Headache Congress 2009 Philadelphia, USA

International Headache Congress 2009 Philadelphia, USA

Cindy McCain selbst leidet unter einer schweren Verlaufsform der Migräne. Mehrmals musste sie wegen ihrer Migräneerkrankung auch stationär behandelt werden. Weniger der Stress im Zusammenhang mit der politischen Unterstützung ihres Mannes bewirkte die Auslösung von Migräneattacken als vielmehr helles Licht, Lärm oder starke Gerüche. Mrs. McCain sagte: „Migräne ist eine wirklich schwere Erkrankung. Ich bin eine der Glücklichen, die eine exakte Diagnose erhalten hat. Aber ich muss weiter mit den schweren Schmerzen und der schweren Behinderung durch die Erkrankung kämpfen. Gleichwohl bekommen viele Betroffene keine Klarheit über ihre Diagnose und erhalten keine effektive Behandlung. Meine Familie wusste oft nicht, was sie machen sollten, wenn ich wieder eine schwere Attacke hatte. Sie haben versucht einfühlsam zu sein, aber die Wahrheit ist, dass ich mich für 24 oder mehr Stunden aus dem Leben während der Attacken verabschieden musste”.

Es ging ihr offensichtlich so wie vielen anderen Migränebetroffenen auch. Niemand machte ihr deutlich, dass sie an einer erfassbaren und behandelbaren Erkrankung litt oder leidet, die Migräne heißt. Zu ihren eigenen Erfahrungen mit der Diagnose und der Behandlung sagte Cindy McCain: „Ich war frustriert und hatte schreckliche Schmerzen. Mein Hausarzt und sogar nicht einmal meine Neurologen haben die Schmerzen und die Erkrankung ernst genommen. Niemand hat mir effektive Therapien verschrieben um die schwere Schmerzproblematik unter Kontrolle zu bekommen”.

Cindy McCain erinnerte auch daran, wie schwer es ihr fiel, klare Worte für die Beschreibung ihrer Migräneschmerzen zu finden. Sie verdeutlichte, wie sie ihrem Ehemann klar machen wollte, was in ihr während einer Attacke vorgeht: „Es ist eine Folter. Man ist wie an einen Stuhl für vier Tage gebunden. Ich kann mir nicht vorstellen, was Folter genau bedeutet und wie unerträglich solche Tortouren sein müssen, aber ich glaube, es muss so etwas sein wie meine Kopfschmerzen, denn Migräne muss solchen Erlebnissen sehr nahe kommen”.

Cindy McCain machte auch ihren Ärger und ihre Frustration bezüglich der langsamen Fortschritte in der Versorgung von Migränepatienten deutlich. Ganz im Vordergrund sah sie dabei die Missachtung der Bedürfnisse der Betroffenen durch die Gesundheitspolitik. „Ich bin bass erstaunt, über den geringen Fortschritt auf diesem Gebiet. Es gibt nicht eine einzige spezifische vorbeugende Medikation für Migräne und es gibt nicht genügend ausreichende effektive Behandlungsmaßnahmen zur Kontrolle der Attacken”.

Kunst in Philadelpia: Klammer

Kunst in Philadelpia: Klammer

Mrs. McCain gab den anwesenden Wissenschaftlern und Ärzten gezielte Ratschläge: „Mein Rat an die Ärzte ist laut und klar. Er heißt:

  • Hören Sie zu! Hören Sie zu, was Ihre Patientinnen und Patienten Ihnen über ihre Erkrankung erzählen.
  • Hören Sie zu, wie schwer der Schmerz ist und wie viel Leiden sie zu ertragen haben.
  • Hören Sie zu, wie ihnen der Schmerz das Leben raubt.
  • Hören Sie zu, wie schlecht es ihnen geht und wie schlecht sie sich fühlen.
  • Hören Sie ihnen zu. Nehmen Sie sie ernst und helfen Sie ihnen Verantwortung für ihre Erkrankung und für ihr Leben zu übernehmen”.

Cindy McCain: „Ich bin eine von den vielen Millionen Betroffenen. Die Zeit ist überreif, sich der Sache anzunehmen”.

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Neues gegen Migräne: CGRP-Antagonisten

CGRP-Antagonisten: Die  Nachfolger der Triptane?

Dr. Axel Heinze, Dr. Katja Heinze-Kuhn und Prof. Dr. Hartmut Göbelneue-arzneimittel-gegen-migraene

Neurologisch-verhaltensmedizinische Schmerzklinik Kiel (www.schmerzklinik.de)

Die Einführung von Sumatriptans in die Migränetherapie veränderte ab 1991 nicht nur die Migränebehandlung entscheidend, sondern gab auch den Anstoß zu einer nie da gewesenen Ausweitung der Grundlagenforschung. Inzwischen stehen 7 verschiedene Triptane zur Verfügung, die Patienten mit schweren Migräneattacken noch helfen können, wenn alle Schmerzmittel versagen. Was aber genauso wichtig ist, unser Verständnis der Migräne hat sich in den letzten 20 Jahren immens vergrößert. Die Medizin setzt die Triptane nicht nur erfolgreich ein, sie kennt auch ihren Wirkmechanismus. ‘Neues gegen Migräne: CGRP-Antagonisten’ weiterlesen


Geburtsfehler und Topiramat

Geburtsfehler und Topiramatmigraene-kinder

Das Antiepileptikum Topiramat hat sich auch in der Vorbeugung der Migräne als wirksam erwiesen. Im wissenschaftlichen Journal „Neurology” wurde eine Studie beschrieben die zeigt, dass bei Einnahme des Medikamentes Topiramat während der Schwangerschaft ein erhöhtes Risiko für Fehlbildungen bei Neugeborenen auftreten kann. Die Studie verdeutlicht, dass schwangere Frauen ein erhöhtes Risiko für Fehlbildungen ihrer Kinder erwarten müssen, wenn Topiramat eingenommen wurde.

Geburtsfehlbildungen sind bekannte Risiken, wenn antiepileptische Medikamente verwendet werden. Die Studie bringt daher keine überraschenden neuen Ergebnisse. Sie bestätigt jedoch, dass Frauen, bei denen eine Schwangerschaft auftreten kann, engmaschig hinsichtlich des Migräneverlaufes, der Verträglichkeit und Wirksamkeit der vorbeugenden Maßnahmen begleitet werden sollen. Migräne-Patientinnen, bei denen eine Schwangerschaft geplant ist, sollten immer ihren Arzt darauf hinweisen, damit bei Planung der Migräneprophylaxe entsprechende Überlegungen vorgenommen werden können.


Migräne und Brustkrebs

Führt Migräne zu einem reduzierten Risiko für Brustkrebs?migraene-und-brustkrebs

Eine amerikanische Studie (Li et al, 2008) legt nahe, dass bei Frauen mit Migräne ein reduziertes Risiko für Brustkrebs besteht. In der Studie wurden 3.000 Frauen untersucht. 2.000 Frauen hatten in der Vorgeschichte eine Brustkrebserkrankung. Es zeigte sich, dass Frauen mit Migräne ein um 30% niedrigeres Risiko für Brustkrebs im Vergleich zur allgemeinen Bevölkerung aufweisen.

Die Autoren nehmen an, dass die Migräne und auch Brustkrebs eine hormonelle Grundlage haben. Östrogen ist dafür bekannt, dass es das Wachstum von hormonell sensitivem Brustkrebs stimulieren kann.

Die Interpretation der Studie ist jedoch durch eine Reihe von Schwäche eingeschränkt. Die Migränediagnose erforderte im Vorfeld eine ärztliche Untersuchung. Allerdings bekommen nach wie vor der größte Teil der Migränebetroffenen keine adäquate Diagnose oder behandeln sich selbst. Darüber hinaus ist die Studie auch durch die Anzahl der untersuchten Frauen limitiert. Bevor entsprechende Schlussfolgerungen gezogen werden, sollten weitere strenger kontrollierte Studien durchgeführt werden. Die untersuchten Frauen sind nicht repräsentativ für die Gesamtheit der Migränepatienten. Darüber hinaus gibt es auch einen Zusammenhang zwischen Schwangerschaft und Migräne sowie der Entstehung von Brustkrebs. Schwangerschaft kann sowohl gegen Brustkrebs als auch gegen Migräne schützend sein. Darüber hinaus ist aus neueren Studien bekannt, dass Progestagen und nicht Östrogen für die Entstehung von Brustkrebs bedeutsam ist.