Schwangerschaft

Sie sind hier: :Startseite/Service für Patienten/Migräne-Wissen/Schwangerschaft

Migränebehandlung in Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaftswunsch

In den ersten 14 Tagen nach dem ersten Tag der letzten Menstruation (ausgehend von einem gleichmäßigen 28-Tage Zyklus!) kann davon ausgegangen werden, dass keine Schwangerschaft vorliegt.

  • Bei einem gleichmäßigen Zyklus kommt es etwa 14 Tage vor der Menstruation zum Eisprung.
  • 6 Tage nach Eisprung erfolgt die Einnistung des befruchteten Eies in die Gebärmutter und somit der erste Kontakt zwischen „Mutter und Kind“.
  • Eine medikamentöse Behandlung der Migräneattacken ist daher ungefähr für die Dauer der ersten 3 Wochen nach dem ersten Tag der letzten Menstruation ohne Gefährdung der Frucht möglich, weil bis dahin noch kein Kontakt zum mütterlichen Blut besteht.
  • Eine bestehende Schwangerschaft kann mit neueren Schwangerschaftstests ab dem 6.-10. Tag NACH Eisprung nachgewiesen werden, das heißt es gibt ca. 3 Wochen nach der Menstruation einige „unsichere“ Tage, in denen sich vor Einnahme einer Akutmedikation die Durchführung eines Schwangerschaftstestes empfiehlt.

Attackenbehandlung der Migräne in der Schwangerschaft oder Stillzeit

Paracetamol: Aktuelle Warnung vor der Einnahme in der Schwangerschaft

Paracetamol galt bisher als das sicherste Schmerzmittel in der Schwangerschaft. Aufgrund der früheren Datenlagen schien die Sicherheit außer Zweifel zu sein. Schwangeren wurde die nahezu bedenkenlose Einnahme dieses Schmerzmittels bei Schmerzen in der Schwangerschaft empfohlen. Aufgrund aktueller Studien ist jedoch ein sorgfältiges Umdenken bzgl. dieser Empfehlung erforderlich.

Die Einnahme von Paracetamol durch die Schwangere und Kontakt des Ungeboren mit dem Arzneimittel scheint später bei den Kindern zu einem bedeutsam erhöhten Risiko für die Entwicklung von Asthma und Atemwegserkrankungen sowie möglicher Unfruchtbarkeit bei Jungen zu führen. In den letzten Jahren hat sich global ein deutlicher Anstieg der Häufigkeit von Asthma eingestellt. Paracetamol ist in Deutschland das am häufigsten eingesetzte Schmerzmittel. Es steht auf Platz 1 der am häufigsten verwendeten Arzneimittel. Gleichzeitig stieg die Häufigkeit von Asthma in der Bevölkerung in den letzten Jahren bedeutsam an. Paracetamol kann zu einer Reduktion von Glutathion in der Lunge führen. Es wird angenommen, dass Glutathion für die Entstehung von Asthma eine wichtige Rolle spielt.

Besonders bedenklich ist der begründete Verdacht eines signifikant erhöhten Risikos für die Entwicklung der Lageanomalie des Hodens bei Jungen (Kryptorchismus). Bei den Betroffenen kann dies später zu einer verminderten Zeugungsfähigkeit und erhöhtem Risiko für das Auftreten von bösartigen Hodentumoren führen. Die Spermienanzahl und die Spermienvitalität im späteren Leben können reduziert werden. Die kombinierte Einnahme von zwei Schmerzmitteln bei Schwangeren war mit einer siebenfach erhöhten Rate eines Kryptorchismus der neugeborenen Jungen verbunden. Es wird der Verdacht geäußert, dass die Auswirkungen von einer Tablette Paracetamol zu 500 mg für das ungeborene Kind schädlicher sein könnte, als die zehn häufigsten Umweltschadstoffe.

Paracetamol galt bisher in therapeutischen Dosierungen als sicheres, harmloses, verträgliches und auch preiswertes Schmerzmittel. Die Gefahr, dass bei Überdosierung über 150 mg pro kg Körpergewicht irreversible Leberzellschädigungen bis zum Leberversagen ausgelöst werden kann, führte bereits zu einer Limitierung der Packungsgröße im Rahmen der Selbstmedikation. Die neuen Studien begründeten ein bedeutsames Umdenken für die Anwendung bei möglicher, geplanter oder bestehender Schwangerschaft.

Grundsätzlich sollte auf die Einnahme von Schmerzmitteln in der Schwangerschaft und Stillzeit verzichtet werden. Im Einzelfall kann bei besonders schweren Schmerzen nach ärztlicher Beratung eine Akutmedikation erwogen werden. Allerdings ist dabei zu berücksichtigen, dass insbesondere sog. einfache Schmerzmittel wie Paracetamol nur eine teilweise und kurze Wirkung auf den schweren Schmerzanfall haben, jedoch gleichzeitig nachhaltige lebenslange Risiken für Komplikationen für das ungeborene Kind bewirken können. Den Studien wurde Kritik entgegengehalten, ein ursächlicher Zusammenhang sei noch nicht definitiv bewiesen. Bis Klärung des genauen Zusammenhanges muss jedoch der Grundsatz gelten: Im Zweifel für das ungeborene Leben und gegen die Einnahme von Paracetamol, insbesondere in Kombination mit anderen Schmerzmitteln. Kurzer Nutzen und langfristige lebenslange Risiken stehen aufgrund der neuen Daten bei möglicher oder bestehender Schwangerschaft nicht im ausgewogenen Verhältnis.

Entgegen früheren Empfehlungen wird daher bei möglicher oder bestehender Schwangerschaft von der Einnahme von Paracetamol in Mono- und insbesondere Kombinationspräparaten abgeraten.

  • Magnesium i.v. (z.B.:Mg 5-Sulfat Amp. 10% Injektionslösung )
Baby

Baby

Schwangerschaft

Berichte über schädliche Auswirkungen während der Schwangerschaft beim Menschen sind nicht bekanntgeworden.

Stillzeit

Berichte über schädliche Auswirkungen während der Stillzeit beim Menschen sind nicht bekanntgeworden.
oder:

  • Imigran 25mg/100mg (Tablette, Nasenspray, Suppositorium)

Schwangerschaft

Strenge Indikationsstellung. Ausreichende Erfahrungen über die Anwendung beim Menschen liegen nicht vor. Der Tierversuch erbrachte keine Hinweise auf embryotoxische/teratogene Wirkungen.

Stillzeit

Stillen bis 24 Stunden nach Anwendung vermeiden

Die Substanz geht in die Muttermilch über. Eine Schädigung des Säuglings ist bisher nicht bekannt geworden.

 

Behandlung der Übelkeit

  • Meclozin 25 mg (Tablette)

Schwangerschaft

Strenge Indikationsstellung. Bei umfangreicher Anwendung am Menschen hat sich kein Verdacht auf eine embryotoxische/teratogene Wirkung ergeben. Der Tierversuch erbrachte jedoch Hinweise auf embryotoxische/teratogene Wirkungen. Diese scheinen für den Menschen ohne Bedeutung zu sein.

Stillzeit

Strenge Indikationsstellung.  Substanz geht wahrscheinlich in Muttermilch über. Substanz führt zur Verminderung der Milchproduktion
oder

  • Dimenhydrinat 50mg/150 mg (Dragees, Suppositorien)

Schwangerschaft

Strenge Indikationsstellung,  insbesondere im 3. Trimenon. Bei umfangreicher Anwendung am Menschen hat sich kein Verdacht auf eine embryotoxische/teratogene Wirkung ergeben.

Stillzeit

Kontraindiziert. Substanz geht in die Muttermilch über. In Abhängigkeit von Dosis, Art der Anwendung und Dauer der Medikation kann das Befinden des Säuglings vorübergehend beeinträchtigt werden
oder

  • Metoclopramid 20 mg (Tropfen, Tabletten, Suppositorien)

Schwangerschaft

Strenge Indikationsstellung im 1. Trimenon. Ausreichende Erfahrungen über die Anwendung beim Menschen liegen nicht vor. Der Tierversuch erbrachte keine Hinweise auf embryotoxische/teratogene Wirkungen.

Stillzeit

Kontraindiziert. Substanzen erscheinen nur in geringen Mengen in der Muttermilch. Da der Einfluss der Dopaminantagonisten auf das kindliche Nervensystem nicht geklärt ist, ist die Anwendung aber kontraindiziert.

Migräneprophylaxe:

  • Magnesium 600 mg/Tag (Kapsel/ Trinkgranulat)

Schwangerschaft

Berichte über schädliche Auswirkungen während der Schwangerschaft beim Menschen sind nicht bekannt geworden.

Stillzeit

Berichte über schädliche Auswirkungen während der Stillzeit beim Menschen sind nicht bekannt geworden
oder

  • Betablocker (Propranolol)  100-200mg/Tag

Schwangerschaft

Bradykardie, Hypotonie, Hypoglykämie und Atemdepression (neonatale Asphyxie) beim Neugeborenen möglich. Deshalb Therapie 48–72 Stunden vor dem errechneten Geburtstermin beenden. Ist dies nicht möglich, müssen Neugeborene bis 72 Stunden nach der Entbindung sorgfältig überwacht werden.

Stillzeit

Strenge Indikationsstellung. In Abhängigkeit von der Konzentration in der Muttermilch sind betablockierende Symptome möglich (Bradykardie, Atemdepression).