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Oberarzt Dr. Axel Heinze führt ein Diagnosegespräch, Schmerzkalenderauswertung

Diagnosegespräch, Schmerzkalenderauswertung

Hämmern im Kopf, das nicht aufhört. Das Leben ist finsterer Abgrund, das Dasein vollkommene Qual, Übelkeit und Schmerz. Wenn man Glück hat, ist es nach einigen Stunden vorbei, wenn man Pech hat, hält es noch drei Tage an. Aber es bleibt die Angst. Denn bald, vielleicht schon morgen, melden sie sich wieder, die Pressluftmeißel im Kopf, die das Leben zur Hölle machen. Bei einigen Betroffenen kündigen sich die Anfälle an. Schon drei Tage vor Eintreten des Anfalls glimmt die Zündschnur. Die Boten sind bleierne Müdigkeit, lähmende Abgeschlagenheit, genervte Reizbarkeit oder traurige Herabgestimmtheit. Aber auch überschäumende Kreativität, sprühender Einfallsreichtum, dahineilendes Angetriebensein, hochtourige Rastlosigkeit, unerschöpflich scheinende Durchhaltekraft, verlangender Heißhunger nach Süßem oder unbremsbares Gähnen.

Bei einem Teil der Betroffenen treten vor dem Schmerzanfall wie bei der Morgendämmerung langsam sich ausbreitende Lichterscheinungen auf: Zickzacklinien im Gesichtsfeld, gleißendes Licht oder sirrendes Flimmern. Sie können begleitetet sein von Schwindel, Kribbelmissempfindungen, Sprachstörungen, vergebliche Suche nach Worten, Konzentrationsschwierigkeiten, Müdigkeit oder sogar Bewusstlosigkeit. Aura wird dieser Abschnitt der Anfälle genannt. Aurora, die anmutige Göttin der Morgenröte, lieh dafür als Patin ihren Namen. Auren entwickeln sich im typischen Fall über 20 bis 30 Minuten und klingen dann langsam wieder ab.

Spätestens nach einer Stunde nach Beginn der Aura brechen die Schmerzen aus. Jede Bewegung und Erschütterung verstärkt sie. Sie hämmern und klopfen wie die Kolben der Titanic unter Volldampf, so als ob tausend Eisenbahnen aus ihren Gleisen springen. An eine Fortsetzung der Tätigkeit ist nicht zu denken. Man zieht sich zurück, sucht sein Schlafzimmer auf, leidet in seiner dunklen eigenen Hölle abgeschieden bis zu drei Tage. Gerüche, Geräusche und Licht schmerzen. Die Rolläden und die Türen sind geschlossen, wieder hat das Leiden erbarmungslosen Hausarrest verhängt, ohne dass man etwas angestellt hat. Übelkeit, würgender Brechreiz und unstillbares Erbrechen im Schwall erschöpfen und stellen den letzten Lebenswillen in Frage.

Auf den folgenden Seiten werden Sie lesen, woher diese Symptome kommen und was Sie dagegen selbst unternehmen können.

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