Sumatriptan – der Beginn

Seit Februar 1993 steht in Deutschland die Substanz Sumatriptan (Imigran) zur Verfügung, die erstmals ganz speziell zur Behandlung der Migräne entwickelt wurde. Sumatriptan wird daher auch als das Triptan der ersten Generation bezeichnet.

Seit Auslaufen des Patentschutzes sind bioäqivalente und aufzahlungsfreie Generika von Sumatriptan auf dem Markt.

Die besonderen Merkmale bei diesem Medikament sind:

  • Es wirkt gezielt nur an den Stellen im Körper, an denen der Migräneschmerz entsteht.
  • Die Besserung der Migräne kann bereits nach 10 Minuten eintreten (bei Anwendung mit dem Autoinjektor/Glaxopen).
  • Es kann als Tablette, als Fertigspritze, als Nasenspray oder als Zäpfchen zur Selbstbehandlung angewendet werden.
  • Zum Einsatz der Fertigspritze wurde ein speziell entwickeltes Gerät, der sogenannte Glaxopen eingeführt, mit dem die Patienten eigenständig den Wirkstoff unter die Haut spritzen können. Dadurch wird ein besonders schneller Wirkeintritt ermöglicht.
  • Ein guter Behandlungserfolg wird bei etwa 86 Prozent der behandelten Patienten erzielt.
  • Es kann zu jedem Zeitpunkt während der Migräneattacke ohne Wirkungsverlust gegeben werden, muss also nicht sofort zu Beginn des Anfalles eingesetzt werden.
  • Da die Substanz sehr schnell im Körper abgebaut werden kann, ist die Gefahr einer Überdosierung und Ansammlung des Medikamentes im Körper gering.
  • Obwohl bei zu häufigem Gebrauch (an mehr als 10-15 Tagen pro Monat) ein medikamenteninduzierter Dauerkopfschmerz entstehen kann, ist im Vergleich zu den alten Ergotaminen die Symptomatik dieser medikamenteninduzierten Dauerkopfschmerzen deutlich milder und kann in der Regel durch einen ambulanten Entzug beseitigt werden.

Sumatriptan Filmtabletten

Sumatriptan Filmtabletten liegen in zwei Darreichungsformen mit 50 mg und 100 mg vor. Bei circa 50 bis 70 Prozent der Migräneattacken lässt sich eine bedeutsame Besserung oder auch ein vollständiges Verschwinden der Kopfschmerzen erzielen. Sumatriptan Filmtabletten sollten möglichst frühzeitig bei Beginn der Kopfschmerzphase der Migräne eingenommen werden. Bis zum Beginn der Wirkung vergehen circa 30 Minuten. Die Wirkung erreicht nach 1 bis 2 Stunden ihr Maximum. Sumatriptan in Tablettenform wird bevorzugt eingesetzt, wenn Übelkeit und Erbrechen nur gering ausgeprägt sind und die Attackendauer in der Regel vier bis sechs Stunden bei unbehandeltem Verlauf beträgt.

Patienten, die bisher erfolgreich bereits mit Sumatriptan in Tablettenform behandelt wurden, sollten nicht auf ein anderes Triptan umgestellt werden. Die Anfangsdosis von Sumatriptan in Tablettenform beträgt 50 mg. Ist diese Menge ausreichend wirksam und sind die Nebenwirkungen tragbar, sollte mit dieser Wirkstoffmenge weiterbehandelt werden. Können allerdings mit 50 mg keine ausreichend klinischen Effekte erzielt werden, verabreicht man bei der nächsten Attacke 100 mg.

Ist mit 50 mg eine gute Wirkung zu erzielen, kommt es jedoch zu beeinträchtigenden Nebenwirkungen, kann auch die halbe Dosis von 50 mg (25 mg) eingenommen werden. Circa die Hälfte der mit Sumatriptan in Tablettenform behandelten Patienten können mit 50 mg eine ausreichende Linderung bei guter Verträglichkeit erzielen. Ein weiteres Viertel der Patienten erreicht dieses Ergebnis mit 25 mg und ein weiteres Viertel erst bei 100 mg.

Sumatriptan als Spritze

Eine besonders schnelle Wirksamkeit lässt sich mit Sumatriptan 6 mg mittels eines Autoinjektors (Pen) erzielen. Dabei wird durch ein kugelschreiberähnliches Gerät via Knopfdruck aus einer Patrone die Wirksubstanz durch eine feine Nadel unter die Haut (d.h. subcutan, abgekürzt s.c.) gespritzt. Der besondere Vorteil dieser Anwendungsform ist, dass der Patient selbstständig in der Lage ist, dies jederzeit und überall durchzuführen. Nach klinischen Studien kann damit innerhalb von etwa 10 Minuten eine ausreichende Wirksamkeit erreicht werden.

Autoinjektoren liegen derzeit in unterschiedlicher Form vor:

  • Imigran 6 mg-s.c. Kartuschen zum Auswechseln und Anwendung mit dem Glaxopen
  • Sumatriptan 6 mg s.c. Hormosan Fertigspritze (Einmalinjektor)
  • Sumatriptan 6 mg s.c. im nadelfreien SUMAVEL DosePro-Injektor

Sollte nach Anwendung von Sumatriptan 6 mg s.c. ein Wiederkehrkopfschmerz auftreten, kann dieser wahlweise mit einer erneuten subcutanen Injektion von Sumatriptan behandelt werden. Alternativ ist jedoch auch der Einsatz einer Sumatriptan-Tablette oder auch eines Antiemetikums in Kombination mit einem Schmerzmittel möglich. Ein besonderer Vorteil der subcutanen Darreichungsform ist auch, dass bei ausgeprägtem und frühzeitigem Erbrechen der Magen-Darm-Trakt vollständig umgangen wird und sich die Wirkung des Medikaments sogar bei diesen schweren Begleitstörungen ungehindert entfalten kann.

Sumatriptan als Zäpfchen

Wem die subcutane Darreichungsform mit einem Glaxopen nicht behagt oder wer gewohnt ist, seine Migräneattacken mit Zäpfchen zu behandeln, kann bei Vorliegen von Übelkeit und Erbrechen auch wahlweise Sumatriptan als Zäpfchen nehmen. Die Dosis beträgt dann 25 mg. Auch bei dieser Anwendungsform kann eine schnelle und effektive Linderung der Migräneattacken erzielt werden. Bei Wiederauftreten von Kopfschmerzen ist die erneute Anwendung möglich.

Sumatriptan als Nasenspray

Eine besondere Darreichungsform des Migränemittels ist die Verabreichung des Wirkstoffes über ein Nasenspray. Dazu wurde ein Einmaldosis-Behälter zum Sprühen in die Nase entwickelt. Es gibt zwei unterschiedliche Dosierungen mit 10 mg sowie mit 20 mg Sumatriptan. Die optimale Dosis beträgt bei Erwachsenen 20 mg. Bei einigen Patienten, insbesondere mit geringem Körpergewicht, können 10 mg jedoch völlig ausreichend sein.

Beim Wiederauftreten der Schmerzen kann die Dosis erneut eingenommen werden, wobei man jedoch einen Mindestabstand von 2 Stunden einhalten sollte. Sumatriptan in Form von Nasenspray führt ebenfalls zu einer sehr schnellen Linderung der Migräneattacke. Vielen Patienten ist das Nasenspray angenehmer als die subcutane Anwendung von Sumatriptan mit dem Glaxopen oder das Einführen eines Zäpfchens.