Integrierte Versorgung BARMER

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Die Barmer Ersatzkasse ist mit rund 9,4 Millionen Versicherten eine der beiden größten Krankenkassen Deutschlands. Mit Wirkung zum 1. Januar 2018 ist die Barmer Ersatzkasse zum Vertrag zur Integrierten Versorgung bei Migräne, Kopf- und Gesichtsschmerzen, kranialen Neuralgien und neuropathischen Schmerzen (IV-K) gem. § 140 a SGB V zwischen der Schmerzklinik Kiel und der Techniker Krankenkasse (TK) beigetreten. Damit steht Versicherten der Barmer Ersatzkasse ein innovatives bundesweites Kopfschmerzbehandlungsnetzwerk offen.

Der Vertrag bedeutet für die Versorgung von Migräne- und Kopfschmerzpatienten einen Meilenstein. Es ermöglicht erstmals eine bundesweite sektoren- und fachübergreifende Vernetzung der ambulanten und stationären Therapie. Die Versorgung Hand in Hand, ein Mehr an Wissen, ein besserer Informationsaustausch zwischen allen Beteiligten und die gemeinsame Arbeit mittels klar definierter Behandlungspfade sind die Basis für zeitgemäße und effiziente Behandlungsergebnisse.

  • Die Versorgungsabläufe werden bedeutsam verbessert. Der Patientennutzen steht im Fokus der Vernetzung:
  • Orientierung des Leistungsangebotes an den Bedürfnissen der Patienten
  • optimierte Behandlung auf aktuellem wissenschaftlichen Stand
  • sektorenübergreifende, spezialisierte Behandlungspfade
  • unmittelbare Umsetzung internationaler wissenschaftlicher Erkenntnisse für die Versorgung
  • organisierte Behandlungskette
  • fortlaufende Evaluation
  • bundesweite Nachbetreuung entfernt wohnender Patienten durch die Video-Sprechstunde
  • Austausch Betroffener durch die digitalen Selbsthilfe-Communities

Die Patientenzufriedenheit zur integrierten Versorgung im bundesweiten Kopfschmerzbehandlungsnetz ist sehr hoch. Die wissenschaftliche Evaluation zeigt: Schmerzen werden nachhaltig gelindert, Lebensqualität wird wiederaufgebaut, die Arbeitsfähigkeit wird wiederhergestellt und Kosten werden gesenkt. Das Netzwerk wurde mehrfach ausgezeichnet, u. a. als bundesweit beste Umsetzung der integrierten Versorgung.

Die Versorgung im bundesweiten Migräne- und Kopfschmerznetzwerk

Migräne und andere chronische Kopfschmerzen betreffen 54 Millionen Menschen in Deutschland. Sie zählen zu den zehn am schwersten behindernden Leiden und zu den drei teuersten neurologischen Erkrankungen. Zur Überwindung der chronifizierenden sektoralen Mauern und medizinischen Fachgrenzen wurde das bundesweite Kopfschmerzbehandlungsnetz initiiert. Es bedeutet für die Versorgung von Kopfschmerzpatienten einen Meilenstein. Erstmals ermöglicht es eine bundesweite sektoren- und fachübergreifende Vernetzung der ambulanten und stationären Therapie. Die Versorgung Hand in Hand, ein Mehr an Wissen, ein besserer Informationsaustausch zwischen allen Beteiligten und die gemeinsame Arbeit mittels klar definierter Behandlungspfade sind die Basis für zeitgemäße und effiziente Behandlungsergebnisse.
Das Behandlungsnetz ist ausgerichtet auf die spezialisierte Versorgung von schwer betroffenen Patienten mit chronischen Kopfschmerzerkrankungen. Es bezieht sämtliche schwerwiegende und komplexe primäre und sekundäre Kopfschmerzerkrankungen sowie Kopf- und Gesichtsneuralgien mit ein. Es konzentriert sich auf zusätzlich schwerwiegende und komplexe Begleiterkrankungen, wie z.B. Medikamentenübergebrauch, Medikamentenunverträglichkeiten, psychische und soziale Komplikationen sowie Organschädigungen.
Ein bundesweiter Verbund von ambulant und stationär tätigen Schmerztherapeuten in Praxen und Kliniken wirkt Hand in Hand zusammen, um Schmerzen fach- und sektorenübergreifend mit zeitgemäßen Methoden optimal zu lindern. Für therapierefraktäre Erkrankungen kann eine hochintensivierte überregionale und fachübergreifende vollstationäre Behandlung in der Schmerzklinik Kiel erfolgen. Das Konzept bietet erstmalig eine bundesweit koordinierte Behandlung ohne Beschränkung durch Fachgrenzen und bürokratische Vergütungssektoren.
Nähere Informationen zum Behandlungsablauf finden sich hier.

Die integrierte vernetzte Versorgung besteht aus drei Phasen:

  • Phase I: Spezialisierte Diagnostik, Auswahl der sektorenübergreifenden Behandlungspfade, Behandlung vor Ort
  • Phase II: Vollstationäre sektorenübergreifende neurologisch-verhaltensmedizinische Behandlung in der Schmerzklinik Kiel
  • Phase III: Ambulante Verlaufs- und Erfolgskontrolle, sektorenübergreifendes Monitoring des Therapieverlaufs vor Ort

 

Phase I

Die Schmerzerkrankung wird diagnostiziert und der Behandlungsablauf koordiniert geplant. Die Maßnahmen schließen ein:

  • Standardisierte Anamnese und Auswertung von Fremdbefunden
  • Schmerzanalyse
  • Klärung der Diagnose
  • Aufstellung eines Therapieplanes
  • Bei Erfüllung der Aufnahmekriterien Anmeldung zur stationären Behandlung im Rahmen der Phase II
  • Eine Aufnahmekonferenz entscheidet mit einweisendem Arzt über die Aufnahme

 

Phase II

In diesem Abschnitt erfolgt die sektorenübergreifende neurologisch-verhaltensmedizinische Behandlung vollstationär in der Schmerzklinik Kiel, wobei die integrierten Therapieverfahren koordiniert gleichzeitig eingesetzt werden.

  • Präzisierung, Aktualisierung und Ergänzung der neurologischen und verhaltensmedizinischen Diagnostik (multiprofessionale Einzelfalldiagnostik)
  • Analyse der biologischen, psychosozialen und ökonomischen Bedingungen der Schmerzkrankheit
  • Reduktion der durch Schmerzen induzierten Behinderun.
  • Verbesserung des künftigen Leistungsvermögens
  • Spezifische Diagnostik und Behandlung von psychischen und sozialen Krankheitsbedingungen und deren Auswirkungen auf das Krankheitserleben
  • Beratung über die individuellen Schmerzerkrankungen, Entstehungsmechanismen, die medikamentösen und nicht-medikamentösen Behandlungsverfahren zur Selbstkontrolle und Selbstbehandlung der Schmerzerkrankungen
  • Beratung zu Fragen der verbleibenden Leistungsfähigkeit am Arbeitsplatz und evtl. Einleitung von berufsfördernden Maßnahmen
  • Angebot eines multidimensionalen stationären Behandlungskonzeptes, das medikamentöse und nicht-medikamentöse Strategien verbindet, unter anderem
    • Erkennen und Vermeiden von Auslöse- und Verstärkermechanismen
    • Medikamentenpause, -entzug
    • Ernährungsumstellung
    • Entspannungsverfahren, z. B. die progressive Muskelrelaxation
    • Biofeedback-Verfahren
    • Stressbewältigungstraining
    • Operante und kognitive Verfahren
    • Selbstsicherheitstraining
    • Krankengymnastik
    • Physikalische Therapiemethoden
    • Reizverfahren
    • medikamentöse Schmerzprophylaxe
    • medikamentöse Attackentherapie etc.
  • Angebot von einzel- und gruppentherapeutischer, verhaltensmedizinischer Behandlungskonzepte zur Bewältigung akuter und chronischer Schmerzzustände
  • Alltagsbezogene verhaltensmedizinische und soziotherapeutische Maßnahmen zur Reintegration in Familie und Beruf
  • Erarbeitung von Nachsorge- und Langzeitkonzepten Hand in Hand mit dem vor- und nachbetreuenden Arzt zur ambulanten Weiterbehandlung

 

Phase III

Über einen Zeitraum von einem Jahr nach der Einschreibung in das integrierte Versorgungsprogramm wird eine ambulante Verlaufs- und Erfolgskontrolle in regelmäßigem Abstand durchgeführt und die Therapie individuell angepasst.

  • Standardisierte Erfassung der Therapieeffizienz im Abstand von drei Monaten
  • Falls erforderlich kurzfristige stationäre Wiederaufnahme
  • Patientenseminare zur Krankheitsbewältigung
  • Sektorenübergreifende Fortbildungen für beteiligte Ärzte, Psychologen etc.

 

Wie kann ich teilnehmen?

Weitere Infos zum Behandlungsablauf

Ausführliche Informationen zum Behandlungsablauf finden Sie auf unserer Homepage und in unserer Klinikinformations-Broschüre
Weitere individuelle Informationen zur stationären Aufnahme können per E-Mail oder über das zentrale Management-Telefon eingeholt werden. Sind Sie bitte so freundlich und informieren Sie sich zuvor ausführlich über die allgemeinen Formalien hier auf unserer Homepage. Broschüren und Unterlagen versenden wir im Internetzeitalter nicht per Post.
Telefon: 0431-20099120
Telefax: 0431-20099129
iv-netz@schmerzklinik.de

Ambulante Vor- und Nachbehandlung

Die Anmeldung zur ambulanten Vor- und Nachbehandlung sowie zu den ambulanten Verlaufsuntersuchungen in unserem Kopfschmerzzentrum im Rahmen der integrierten Versorgung ist möglich über:
Telefon: 0431-20099400
Telefax: 0431-20099409
praxis@schmerzklinik.de

Was Sie zur Sprechstunde mitbringen sollen

Bitte stellen Sie zur ambulanten Behandlung folgende Unterlagen zusammen und bringen Sie vorbereitete Kopien aller Unterlagen zum Verbleib bei uns zu Ihrem Termin mit:

Der Versorgungsbedarf

Migräne und chronische Kopfschmerzen betreffen rund 54 Millionen Menschen in Deutschland und sind die Volkskrankheit Nr. 1. Nach Angaben der WHO stehen sie an dritter Stelle der am schwersten behindernden Leiden der Menschheit. Laut EU zählen sie zu den drei teuersten neurologischen Erkrankungen. Pro Jahr werden bundesweit mehr als drei Milliarden Einzeldosierungen von Schmerzmitteln eingenommen, 85 % davon wegen Kopfschmerzen.
Die Behandlung von Kopfschmerzen verdeutlicht beispielhaft, wie das sektoral aufgesplitterte und auf Kollektivverträgen basierende Gesundheitssystem selbst dazu führen kann, dass Erkrankungen chronifizieren und Schmerzen dauerhaft bestehen bleiben. Die traditionelle Regelversorgung von Kopfschmerzpatienten erfolgt in abgegrenzten Sektoren des Gesundheitssystems. Viele Betroffene mit chronischen Kopfschmerzen behandeln sich selbst aufgrund mangelnder Effizienz außerhalb des professionellen Systems. Sie informieren sich im Bekanntenkreis, über die Publikumspresse, im Internet und in der Apotheke über die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten von Migräne und Kopfschmerzen. Durch die nicht zufriedenstellende Behandlung im medizinischen Bereich brechen sie oft eine professionelle Therapie ab und weichen enttäuscht auf Außenseitermethoden aus. Über Monate und Jahre entwickelt sich eine weitere Chronifizierung der Kopfschmerzerkrankung, schwerwiegende Organkomplikationen und daraus oft resultierende schwer behindernde psychische Konsequenzen führen die Patienten dann wieder in eine teure medizinische Behandlung zurück.
Dabei entstehen sehr hohe direkte und indirekte Kosten. Die individuellen Folgen sind gravierend. Hohe Folgekosten entstehen auch durch die Behandlung von Spätkomplikationen in Form von psychischen Erkrankungen, Nierenversagen, Leberschäden, Magen-Darm-Ulzera sowie Schäden im Herz-Kreislaufsystem.
Das gesamte Wissen, das national und international für die Versorgung von Migräne, Kopfschmerzen und chronischen Schmerzen erarbeitet wurde, wird durch die integrierte Versorgung für die Regelversorgung den Patienten unmittelbar verfügbar gemacht. Die Zusammenarbeit zwischen innovativen Krankenkassen und Spezialisten hat über die Regelversorgung hinaus bundesweit maßgebliche Fortschritte in der Versorgung ermöglicht. Diese werden aufrechterhalten und ausgebaut.

Die Schmerzklinik Kiel

Die Schmerzklinik Kiel wurde als wissenschaftliches Modellprojekt 1997 aus der Universitätsklinik Kiel heraus durch Prof. Dr. Hartmut Göbel gegründet und zunächst von der AOK vertraglich unterstützt. Nach erfolgreicher wissenschaftlicher Evaluation durch die Krankenkassen, wurde mit der Techniker Krankenkasse das Konzept ab 2007 für die bundesweite Versorgung adaptiert und ein innovatives Behandlungsnetz mit über 450 niedergelassenen Schmerztherapeuten bundesweit geschaffen. Ebenfalls Vertragspartner sind die rund 50 Mitgliedskassen des BKK-Landesverbandes NORDWEST. Heute arbeitet das bundesweite Zentrum im Rahmen der multimodalen Schmerztherapie mit abgestimmten Behandlungsplänen und regionalen Schmerztherapeuten in Praxen und Kliniken zusammen.

Um die Versorgung für alle Patienten nachhaltig bereitzustellen, erfolgte Ende 2013 die Aufnahme in den Krankenhausplan des Landes Schleswig-Holstein. Zusätzlich erbringt das Zentrum gemäß Versorgungsvertrag nach §§ 108 Nr. 3, 109 SGB V für die außerhalb von Schleswig-Holstein wohnenden Versicherten aller Krankenkassen akute vollstationäre Behandlungen (§ 39 Abs. 1 SGB V) für folgende Indikationen: chronische Schmerzen bei Erkrankungen des zentralen, peripheren und vegetativen Nervensystems einschließlich der Muskulatur im Rahmen neurologisch-verhaltensmedizinischer Behandlungsverfahren.

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