BKK-versicherte Patientinnen und Patienten mit Migräne, Kopfschmerzen und Neuralgien können ab sofort noch besser medizinisch bereut werden. Die BKK-Vertragsarbeitsgemeinschaft NORD (BKK-VAG NORD) und die Schmerzklinik Kiel haben die vertraglichen Grundlagen für eine koordinierte Versorgung für ihre Patientinnen und Patienten gelegt.

Insgesamt 48 Betriebskrankenkassen, zusammengeschlossen im BKK-Landesverband NORDWEST, Vertragsarbeitsgemeinschaft NORD, und weitere dem Vertrag beigetretene Betriebskrankenkassen aus dem Bundesgebiet, bieten ihren Versicherten ab dem 1. April 2012 bundesweit dieses Behandlungsprogramm an. Im Fokus der Vernetzung stehen die

  • optimierte Behandlung auf aktuellem wissenschaftlichen Stand,
  • Sektorenübergreifende spezialisierte Behandlungspfade,
  • organisierte Behandlungskette,
  • fortlaufende Verlaufs- und Erfolgskontrolle

Überblick

Migräne und andere chronische Kopfschmerzen betreffen 54 Millionen Menschen in Deutschland. Sie zählen zu den zehn am schwersten behindernden Leiden und zu den drei teuersten neurologischen Erkrankungen. Zur Überwindung der chronifizierenden sektoralen Mauern und medizinischen Fachgrenzen wurde das bundesweite Kopfschmerzbehandlungsnetz initiiert. Es bedeutet für die Versorgung von Kopfschmerzpatienten einen Meilenstein. Erstmals ermöglicht es eine bundesweite sektoren- und fachübergreifende Vernetzung der ambulanten und stationären Therapie. Die Versorgung Hand in Hand, ein Mehr an Wissen, ein besserer Informationsaustausch zwischen allen Beteiligten und die gemeinsame Arbeit mittels klar definierter Behandlungspfade sind die Basis für zeitgemäße und effiziente Behandlungsergebnisse.

Vernetzung

Ein nationaler Verbund von ambulant und stationär tätigen Schmerztherapeuten in Praxen und Kliniken wirkt Hand in Hand zusammen, um Schmerzen fach- und sektorenübergreifend mit zeitgemäßen Methoden optimal zu lindern. Die beteiligten Berufsgruppen behandeln dabei nach aktuellen Leitlinien und auf modernstem wissenschaftlichen Stand. Ambulante, rehabilitative und stationäre Therapien sind eng aufeinander abgestimmt und im zeitlichen Ablauf miteinander verzahnt. Das Konzept bietet eine überregionale koordinierte Behandlung zwischen niedergelassenen Schmerztherapeuten verschiedener Fachgruppen in Schwerpunktpraxen, Schmerzambulanzen und Kliniken ohne Beschränkung durch Fachgrenzen und bürokratische Vergütungssektoren an. Für therapierefraktäre Erkrankungen kann eine hochintensivierte überregionale vollstationäre Behandlung erfolgen. Das Konzept bietet erstmalig eine bundesweit koordinierte Behandlung ohne Beschränkung durch Fachgrenzen und bürokratische Vergütungssektoren. Dieses Versorgungsangebot für BKK-versicherte Patientinnen und Patienten mit Migräne, Kopfschmerzen und Neuralgien ermöglicht es, die Entstehungsmechanismen von Kopfschmerzen umfassend zu identifizieren und gezielt daran anzusetzen. Dabei sind die Patienten aktiv eingebunden, entwickeln ein besseres Verständnis für ihre Krankheit und können so den Therapieerfolg ebenfalls positiv beeinflussen.

Medizinischer Fokus

Das Behandlungsnetz ist ausgerichtet auf die spezialisierte Versorgung von schwer betroffenen Patienten mit chronischen Kopfschmerzerkrankungen. Es bezieht sämtliche schwerwiegende und komplexe primäre und sekundäre Kopfschmerzerkrankungen sowie Kopf- und Gesichtsneuralgien mit ein. Es konzentriert sich auf zusätzlich schwerwiegende und komplexe Begleiterkrankungen, wie z.B. Medikamentenübergebrauch, Medikamentenunverträglichkeiten, psychische und soziale Komplikationen sowie Organschädigungen.

Die integrierte vernetzte Versorgung besteht aus drei Phasen:

  • Phase I: Spezialisierte Diagnostik, professionelles Screening, Auswahl der sektorenübergreifenden Behandlungspfade, Behandlung vor Ort
  • Phase II: Hochintensivierte sektorenübergreifende neurologisch-verhaltensmedizinische Behandlung
  • Phase III: Ambulante Verlaufs- und Erfolgskontrolle, sektorenübergreifendes Monitoring des Therapieverlaufs
Wie kann ich teilnehmen?

Sie und Ihr einweisender Arzt sollen möglichst wenig mit dem Ausfüllen und Verwalten von Formularen belastet werden. Folgende Unterlagen sind jedoch für Versicherte der BKK-Mitgliedskassen notwendig (Bitte fertigen Sie bereits Kopien aller Unterlagen zum Verbleib bei uns an):

  1. Anmeldebogen, Aufnahmecheckliste, MIDAS-Fragebogen
  2. Kopien aller Vorbefunde, Röntgenaufnahmen
  3. Schmerzkalender über mindestens drei Monate
  4. Schmerzfragebogen
  5. Liste aller Medikamente und Vorbehandlungen

Die Unterlagen senden Sie bitte an das IV-Managementbüro ein.
Wir helfen Ihnen gerne bei der Zusammenstellung und bei Fragen. Rufen Sie einfach an:

Schmerzklinik Kiel
IV-Netzmanagementbüro
Heikendorfer Weg 9-27
24149 Kiel

Telefon 0431-20099-120 oder 20099-400
Telefax 0431-20099-129
Email: iv-netz@schmerzklinik.de

Die bundesweite Netzpartnerliste zeigt Ihnen teilnehmende spezialisierte Schmerztherapeuten in Deutschland

Näheres erfahren Versicherte auch direkt bei ihrer BKK und auf unserer Homepage.