Für BKK-Versicherte: Koordinierte Versorgung Migräne und Kopfschmerz

BKK-versicherte Patientinnen und Patienten mit Migräne, Kopfschmerzen und Neuralgien können ab sofort noch besser medizinisch betreut werden. Über den BKK Landesverband Nordwest haben die Betriebskrankenkassen (BKK) und die Schmerzklinik Kiel die vertraglichen Grundlagen für eine koordinierte Versorgung von BKK-versicherten Patientinnen und Patienten gelegt. Der BKK-Landesverband NORDWEST ist das Dienstleistungsunternehmen für die Betriebskrankenkassen in Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Nordrhein-Westfalen mit einer Hauptverwaltung in Essen und in Hamburg. Auch Versicherte der teilnehmenden BKK-Mitgliedskassen können ab 1. April 2012 die modernen Möglichkeiten der integrierten Versorgung im bundesweiten Kopfschmerzbehandlungsnetz nutzen. Im Fokus der Vernetzung stehen die

  • optimierte Behandlung auf aktuellem wissenschaftlichen Stand,
  • Sektorenübergreifende spezialisierte Behandlungspfade,
  • organisierte Behandlungskette,
  • fortlaufende Verlaufs- und Erfolgskontrolle

Überblick

Migräne und andere chronische Kopfschmerzen betreffen 54 Millionen Menschen in Deutschland. Sie zählen zu den zehn am schwersten behindernden Leiden und zu den drei teuersten neurologischen Erkrankungen. Zur Überwindung der chronifizierenden sektoralen Mauern und medizinischen Fachgrenzen wurde das bundesweite Kopfschmerzbehandlungsnetz initiiert. Es bedeutet für die Versorgung von Kopfschmerzpatienten einen Meilenstein. Erstmals ermöglicht es eine bundesweite sektoren- und fachübergreifende Vernetzung der ambulanten und stationären Therapie. Die Versorgung Hand in Hand, ein Mehr an Wissen, ein besserer Informationsaustausch zwischen allen Beteiligten und die gemeinsame Arbeit mittels klar definierter Behandlungspfade sind die Basis für zeitgemäße und effiziente Behandlungsergebnisse.

Vernetzung

Ein nationaler Verbund von ambulant und stationär tätigen Schmerztherapeuten in Praxen und Kliniken wirkt Hand in Hand zusammen, um Schmerzen fach- und sektorenübergreifend mit zeitgemäßen Methoden optimal zu lindern. Die beteiligten Berufsgruppen behandeln dabei nach aktuellen Leitlinien und auf modernstem wissenschaftlichen Stand. Ambulante, rehabilitative und stationäre Therapien sind eng aufeinander abgestimmt und im zeitlichen Ablauf miteinander verzahnt. Das Konzept bietet eine überregionale koordinierte Behandlung zwischen niedergelassenen Schmerztherapeuten verschiedener Fachgruppen in Schwerpunktpraxen, Schmerzambulanzen und Kliniken ohne Beschränkung durch Fachgrenzen und bürokratische Vergütungssektoren an. Für therapierefraktäre Erkrankungen kann eine hochintensivierte überregionale vollstationäre Behandlung erfolgen. Das Konzept bietet erstmalig eine bundesweit koordinierte Behandlung ohne Beschränkung durch Fachgrenzen und bürokratische Vergütungssektoren. Dieses Versorgungsangebot für BKK-versicherte Patientinnen und Patienten mit Migräne, Kopfschmerzen und Neuralgien ermöglicht es, die Entstehungsmechanismen von Kopfschmerzen umfassend zu identifizieren und gezielt daran anzusetzen. Dabei sind die Patienten aktiv eingebunden, entwickeln ein besseres Verständnis für ihre Krankheit und können so den Therapieerfolg ebenfalls positiv beeinflussen.

Medizinischer Fokus

Das Behandlungsnetz ist ausgerichtet auf die spezialisierte Versorgung von schwer betroffenen Patienten mit chronischen Kopfschmerzerkrankungen. Es bezieht sämtliche schwerwiegende und komplexe primäre und sekundäre Kopfschmerzerkrankungen sowie Kopf- und Gesichtsneuralgien mit ein. Es konzentriert sich auf zusätzlich schwerwiegende und komplexe Begleiterkrankungen, wie z.B. Medikamentenübergebrauch, Medikamentenunverträglichkeiten, psychische und soziale Komplikationen sowie Organschädigungen.

Die integrierte vernetzte Versorgung besteht aus drei Phasen:

  • Phase I: Spezialisierte Diagnostik, professionelles Screening, Auswahl der sektorenübergreifenden Behandlungspfade, Behandlung vor Ort
  • Phase II: Hochintensivierte sektorenübergreifende neurologisch-verhaltensmedizinische Behandlung
  • Phase III: Ambulante Verlaufs- und Erfolgskontrolle, sektorenübergreifendes Monitoring des Therapieverlaufs

Wie kann ich teilnehmen?

Sie und Ihr einweisender Arzt sollen möglichst wenig mit dem Ausfüllen und Verwalten von Formularen belastet werden. Folgende Unterlagen sind jedoch für Versicherte der BKK-Mitgliedskassen notwendig (Bitte fertigen Sie bereits Kopien aller Unterlagen zum Verbleib bei uns an):

  1. Anmeldebogen, Aufnahmecheckliste, MIDAS-Fragebogen
  2. Kopien aller Vorbefunde, Röntgenaufnahmen
  3. Schmerzkalender über mindestens drei Monate
  4. Schmerzfragebogen
  5. Liste aller Medikamente und Vorbehandlungen

Die Unterlagen senden Sie bitte an das IV-Managementbüro ein.
Wir helfen Ihnen gerne bei der Zusammenstellung und bei Fragen. Rufen Sie einfach an:

Schmerzklinik Kiel
IV-Netzmanagementbüro
Heikendorfer Weg 9-27
24149 Kiel

Telefon 0431-20099-120 oder 20099-400
Telefax 0431-20099-129
Email: iv-netz@schmerzklinik.de

Die bundesweite Netzpartnerliste zeigt Ihnen teilnehmende spezialisierte Schmerztherapeuten in Deutschland

Näheres erfahren Versicherte auch direkt bei ihrer BKK und auf unserer Homepage.

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In Memoriam Professor Dr. med. Dieter Soyka

Professor Dr. Dieter Soyka * Berlin, 9.11.1929 - 14.4.2012, Kiel +

Prof. Dr. Dieter Soyka ist am 14. April 2012 im Alter von 82 Jahren in Kiel verstorben. Durch sein beispielloses Wirken als Neurologe, Schmerztherapeut, Wissenschaftler, Lehrer und Autor war sein Leben ein Glücksfall für die Medizin weltweit. Prof. Soyka hat die heutigen modernen koordinierten Versorgungslandschaften der Neurologie und insbesondere der speziellen Schmerztherapie führend gestaltet und geprägt. Prof. Soyka wurde 1972 auf den neu geschaffenen Lehrstuhl für Neurologie der Christian-Albrechts-Universität Kiel berufen. Von Beginn an kümmerte sich Prof. Soyka um die bessere Versorgung der großen Volkskrankheiten in der Neurologie, zerebrovaskuläre Erkrankungen und insbesondere Migräne und Kopfschmerzerkrankungen. Die Ämter und Ehrungen, die Prof. Soyka national und international erhielt, zeugen von seiner beispiellosen Kunst, Menschen zusammenzuführen, ihre Ideen zu amalgamieren und mit Kreativität innovative neue Strukturen zu schaffen.

Er gründete u.a. die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft, die International Headache Society, die Arbeitsgemeinschaft Schmerz in der Deutschen Gesellschaft für Neurologie und er war auch Gründungspräsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Schmerztherapie. Aufgrund seiner Verdienste wurde er zum Ehrenmitglied vieler nationaler und internationaler Gesellschaften gewählt. Patienten schätzten und liebten Prof. Soyka für seinen mitfühlenden und erfolgreichen Einsatz. Prof. Soyka engagierte sich außerordentlich neben der Klinik und der Wissenschaft auch für die akademische Selbstverwaltung und Lehre. Er war Dekan, Vizepräsident und Prorektor der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Seine Vorlesungen waren legendär und regelmäßig überfüllt. Die Fachschaft zeichnete sie in stetiger Folge als beste Vorlesung der Uni Kiel aus. Ungelöst bleibt das Rätsel, wie ein Mensch das alles schaffen kann. Eine zentrale Energiequelle war sicherlich seine Frau, die ihm tatkräftig zur Seite stand. Aber auch die Dankbarkeit der Patientinnen und Patienten waren Motivation, die Lohe anzufachen und die Eisen weiter zu schmieden. Prof. Soyka war als Wissenschaftler und Arzt immer Professor im direkten Wortsinn. Er war kreativer Bekenner einer fachübergreifenden Erforschung und Behandlung von neurologischen Störungen und Schmerzerkrankungen, um aus allen Bereichen der Wissenschaft das Wissen und die Erfahrungen zu bündeln, die eine wirksame Behandlung ermöglichen. Prof. Soyka hat für die heutige schmerztherapeutische Versorgung mit seinem Lebenswerk das Fundament geschaffen, auf das die moderne Medizin aufbauen durfte. Die Kopfschmerzmedizin hat mit Prof. Soyka ihren Stern verloren, einen begnadeten Arzt, einen innovativen Wissenschaftler, einen herausragenden Lehrer, einen kreativen Gestalter, einen sehr feinen, höflichen, intelligenten, verehrten Menschen und einen wunderbaren Freund.

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Deutschlands bestes Integriertes Versorgungsprojekt

Die Preisträger Dr. Brunkhorst (li) und Prof. Göbel (re)

Gesundheitsnetzwerker-Preis 2012 für die beste Umsetzung der Integrierten Versorgung in Deutschland

Bundesweites Migräne- und Kopfschmerzbehandlungsnetz in Berlin ausgezeichnet

Die Schmerzklinik Kiel und die Techniker Krankenkasse (TK) setzen bundesweit Maßstäbe in der Versorgung von Migräne- und Kopfschmerzpatienten. Am Mittwoch, 28. März wurden beide Partner in Berlin mit dem ersten Preis für Gesundheitsnetzwerker ausgezeichnet. Die Gesundheitsstaatssekretärin a. D. Gudrun Schaich-Walch lobte das Engagement der Initiatoren Prof. Dr. Hartmut Göbel, Schmerzklinik Kiel, und Dr. Johann Brunkhorst, Leiter der TK-Landesvertretung Schleswig-Holstein, bei einem Festakt auf dem 7. Kongress für Gesundheitsnetzwerker an der Charité Berlin, Campus Virchow-Klinikum. Das von beiden entwickelte bundesweite Migräne- und Kopfschmerzbehandlungsnetz wurde von der Jury als die beste Umsetzung eines Integrierten Versorgungsprojekts in Deutschland ausgewählt. Als wichtige Kriterien für den Preis hob sie die hochwertige medizinische Versorgung und den gesicherten Nutzen für die Patienten hervor, sowie die vorbildliche Vernetzung vormals getrennt handelnder spezialisierter Praxen und Kliniken.

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Neu: Die Kopfschmerzen. 3. Auflage 2012

Das Standardwerk zu Kopfschmerzen, Migräne und Neuralgien

Kopfschmerzen sind die Volkskrankheit Nr. 1. Über 250 verschiedene Hauptdiagnosen werden heute differenziert. Das vorliegende Werk beschreibt umfassend und konkurrenzlos auf dem deutschen Markt

  • Klassifikation  und Diagnostik aller heute bekannten Kopfschmerzformen auf Basis der internationalen Kopfschmerzklassifikation
  • Pathomechanismen und Chronifizierungsfaktoren
  • gezielte Vorbeugung und Akuttherapie auf aktuellem wissenschaftlichen Stand Weiterlesen
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Migräne 2012: Neuerscheinung

von Prof. Dr. Hartmut Göbel
Neuerscheinung April 2012,
Springer-Verlag, Heidelberg

Hämmern, Pochen und Klopfen im Kopf. Jede Bewegung verstärkt die Qual. Migräne ist weltweit eine der bedeutendsten Volkskrankheiten. Sie bedingt schwere Behinderung, starke Einschränkung der Lebensqualität und hohe Kosten.

In den letzten Jahren erzielte die Wissenschaft faszinierende Fortschritte in Diagnostik und Behandlung der Migräne. Bringen Sie sich mit dem vorliegenden Werk auf den aktuellen Stand, u.a. über:

  • Auraphase, Kopfschmerzphase, Migräneintervall
  • Auslösefaktoren und Chronifizierungsmechanismen
  • Differenzialdiagnose, Verlauf und Prognose
  • Nichtmedikamentöse, medikamentöse, alternative Therapien
  • Vorbeugung und Behandlung von Komplikationen
  • Migräne in der Kindheit und im Leben der Frau Weiterlesen
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Stopp den Kopfschmerz – der Kurs für Kinder

Auch Kinder können Kopfschmerz bewältigen

“Stopp den Kopfschmerz” hilft mit modernen psychologischen Verfahren und unter Anleitung von erfahrenen Kursleitern, bei Kindern und Jugendlichen zwischen acht und vierzehn Jahren chronische Spannungskopfschmerzen oder Migräne zu mindern oder zu beseitigen.

Ziel des Wochenend-Trainings vom 2.-3. Juni 2012 ist es, noch vor einer Chronifizierung der Schmerzen diese wirksam zu behandeln und die Schülerinnen und Schüler zu Kopfschmerzexperten in eigener Sache auszubilden. Gefördert wird dabei die Kompetenz der Kinder zur Selbsthilfe. Gleichzeitig werden in Zusammenarbeit mit dem landesweiten Behandlungsnetz eine fachgerechte medizinische Diagnose, Beratung und Behandlung ermöglicht. Weiterlesen

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