20 Jahre Schmerzklinik Kiel: 1998-2018

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20 Jahre Schmerzklinik Kiel: 1998-2018

Heute kann die Schmerzklinik Kiel auf 20 Jahre innovative Patientenversorgung zurückblicken. Am 3. Januar 1998 wurden die ersten Patientinnen und Patienten zur vollstationären fach- und sektorenübergreifenden Behandlung aufgenommen. Die Schmerzklinik Kiel wurde im Jahre 1997 als wissenschaftliches Modellprojekt aus der Uniklinik Kiel heraus durch Prof. Dr. Hartmut Göbel gegründet und von der AOK vertraglich unterstützt. Mit der Techniker Krankenkasse wurde das Konzept dann für die bundesweite Versorgung adaptiert und ein innovatives ambulant-stationäres Behandlungsnetz mit über 450 niedergelassenen Schmerztherapeuten bundesweit initiiert. Heute arbeitet die Klinik als bundesweites Zentrum im Rahmen der multimodalen Schmerztherapie mit abgestimmten Behandlungsplänen und regionalen Schmerztherapeuten in Praxen und Kliniken zusammen. Unsere Klinik behandelt vollstationär jährlich über 1.800 Patienten aus dem gesamten Bundesgebiet und weltweit. Um die Versorgung für Versicherte aller Krankenkassen bereitzustellen, erfolgte Ende 2013 die Aufnahme in den Krankenhausplan. Zusätzlich erbringt die Klinik entsprechend Versorgungsvertrag nach §§ 108 Nr. 3, 109 SGB V für die außerhalb von Schleswig-Holstein wohnenden Versicherten der Mitgliedskassen der Krankenkassenverbände akute vollstationäre Behandlung (§ 39 Abs. 1 SGB V) für die Indikationen chronische Schmerzen bei Erkrankungen des zentralen, peripheren und vegetativen Nervensystems einschließlich der Muskulatur im Rahmen neurologisch-verhaltensmedizinischer Behandlungsverfahren. Dafür stehen heute 80 Betten zur Verfügung.

Unser Behandlungskonzept konzentriert sich auf neurologische Schmerzerkrankungen wie Migräne, chronische Kopfschmerzen und andere Schmerzerkrankungen bei Erkrankungen des Nervensystems. Diese zählen zu den zehn am stärksten behindernden Leiden und gleichzeitig nach Demenz und Schlaganfall zu den drei teuersten neurologischen Erkrankungen. Traditionelle sektorale Versorgungs- und medizinische Fachgrenzen verstärken deren Chronifizierungstendenz.

Kern ist die multimodale Schmerztherapie, d. h. die konsequente fachübergreifende Umsetzung des internationalen wissenschaftlichen Wissens und differenzierten Leistungsbedarfs an den Bedürfnissen der Patienten, indikationsspezifische Kooperation spezialisierter Behandler und Vernetzung.

Die Schmerzklinik Kiel hat moderne Entwicklungen in der Medizin vorausgenommen, insbesondere die integrierte Versorgung. Integrierte Versorgung (IV) bedeutet, dass die Behandlung nicht durch Fachgrenzen eingeschränkt wird. Auch die Abschottung von ambulanten und stationären Versorgungsbereichen wird aufgehoben. Experten der verschiedenen medizinischen Fachgebiete wirken zusammen, um die Patienten mit zeitgemäßen Methoden optimal koordiniert zu behandeln. Die ambulante und stationäre Behandlung ist vernetzt und aufeinander abgestimmt. Dadurch wird eine Behandlung auf aktuellem medizinischen Stand ohne sektorale Schranken möglich.

Ziel ist, Schmerzen nachhaltig zu lindern, Lebensqualität wieder aufzubauen, die Arbeitsfähigkeit wieder herzustellen. Die Klinik hat mehrfach Auszeichnungen für ihr innovatives Behandlungskonzept erhalten, u. a. den Preis für die beste Umsetzung der integrierten Versorgung in Deutschland. Die Patientenzufriedenheit im bundesweiten Behandlungsnetz ist sehr hoch. Dies wird uns immer wieder von Patienten und auch den Krankenkassen bestätigt. Wissenschaftlich arbeitet die Klinik mit führenden internationalen Kopfschmerz- und Schmerzzentren zusammen. Die Klinik ist globales Modell für ähnliche Einrichtungen weltweit.

Das gesamte Wissen, das national und international für die Versorgung von chronischen Schmerzen verfügbar ist, wollen wir aktuell und auch zukünftig den Patienten unmittelbar zukommen lassen und dabei hochspezialisiert die Belange von Menschen mit chronischen Schmerzen berücksichtigen. Daneben gilt unsere Aufmerksamkeit der Erforschung von neurologischen Schmerzerkrankungen, Migräne und anderen Kopfschmerzen, um die zukünftige Behandlung weiter zu verbessern. Die Zusammenarbeit zwischen innovativen Krankenkassen und Spezialisten hat über die Regelversorgung hinaus bundesweit beispielhafte Fortschritte in der Versorgung ermöglicht. Diese müssen aufrechterhalten und ausgebaut werden.

Am 20. Geburtstag der Schmerzklinik Kiel möchte ich allen, die sich für die Umsetzung so engagiert eingesetzt haben, herzlich danken. Besonders danken möchte ich heute auch unserem so außerordentlich engagierten Team, das mittlerweile über 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter umfasst.

Prof. Dr. Hartmut Göbel

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