Spezialisierte Schmerztherapie statt Skalpell

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Spezialisierte Schmerztherapie statt Skalpell

Kiel, 2. Juni 2016. Jedes Jahr werden in Schleswig-Holstein über 9.500 Menschen wegen Bandscheibenschäden stationär behandelt. In vielen Fällen bedeutet dies, dass sie an der Wirbelsäule operiert werden. Zur Überprüfung, ob eine OP wirklich notwendig ist, bietet die Techniker Krankenkasse (TK) ihren Versicherten in Schleswig-Holstein eine kostenlose ärztliche Zweitmeinung für Operationen an der Wirbelsäule an.

„Gerade bei Rückenleiden besteht ein erhebliches Potenzial, auch ohne Operation erfolgreich zu behandeln. Voraussetzung ist, dass der Patient ein auf ihn individuell zugeschnittenes fachübergreifendes Behandlungskonzept erhält. Ermöglicht wird dadurch eine schnelle Aktivierung und Schmerzreduktion“, sagt Prof. Dr. Hartmut Göbel, Leiter der Schmerzklinik Kiel. Die Klinik ist eine von bundesweit 33 spezialisierten Schmerzzentren, die dem TK-Netzwerk angehören.

Die Kasse hat mit ihrem Angebot zur Zweitmeinung vor Rückenoperationen gute Erfahrungen gemacht. „Viele Menschen sind sich unsicher, ob eine Operation wirklich notwendig ist. Gerade bei Operationen am Rücken macht eine zweite Meinung Sinn, denn es gibt zahlreiche Alternativen wie Schmerz-, Verhaltens- und Physiotherapien“, so Dr. Johann Brunkhorst, Leiter der TK-Landesvertretung Schleswig-Holstein. „Bei fast neun von zehn Patienten waren die Eingriffe überflüssig und es wurde eine konservative Behandlung statt der Griff zum Skalpell empfohlen“.

 „Dr. Google“ ersetzt nicht die Zweitmeinung                                      

Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag der TK suchen schon heute drei Viertel der Befragten – auch die 60- bis 70-Jährigen – nach Gesundheitsinformationen vorwiegend oder ausschließlich im Internet. Und mehr als jeder Zweite (52 Prozent) gab an, mit seinem Arzt via Internet in Kontakt treten zu wollen oder es bereits zu tun. „Das Internet kann eine wichtige Informationsquelle sein. Aber gerade bei komplexen Symptomen ersetzt „Dr. Google“ keine qualifizierte Zweitmeinung“, so der TK-Landeschef.

 Hintergrundinformationen

TK-Versicherte können sich vor einem geplanten operativen Eingriff an der Wirbelsäule, an der Hüfte, der Schulter oder dem Knie kostenlos eine professionelle zweite Meinung bei einem Team aus Physio-, Schmerz- und Psychotherapeuten einholen. Die Terminvergabe dazu erfolgt innerhalb von zwei Tagen. In bundesweit 33 Schmerzzentren, unter anderem auch in der Schmerzklinik Kiel, untersuchen und beraten Experten verschiedener medizinischer Fachgebiete den Patienten und empfehlen ihm gegebenenfalls eine alternative nichtoperative Therapie.

Informationen zum TK-Angebot „Zweitmeinung vor Wirbelsäulen- und Gelenkoperationen“ unter www.tk.de, Webcode 813136.

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