Verleihung des Migräne- und Kopfschmerzpreises 2014

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Verleihung des Migräne- und Kopfschmerzpreises 2014

Verleihung würdigt Innovationen in der Aufklärung, Selbsthilfearbeit und Versorgung

Kiel, 28.11.2014. Im Rahmen einer Feierstunde im Kieler Yacht Club wurde der Deutsche Migräne- und Kopfschmerzpreis des Deutschen Kopfschmerzbehandlungsnetzes für herausragende innovative journalistische Aufklärung, nachhaltiges Engagement in der Selbsthilfe und Umsetzung neuer Ideen zur besseren Versorgung der Betroffenen verliehen.

DSC_4022Prof. Dr. Hartmut Göbel, Initiator des Deutschen Kopfschmerzbehandlungsnetzes und Chefarzt der Schmerzklinik Kiel, übergab den Deutschen Migräne- und Kopfschmerzpreis 2014 im Bereich Medien an den Filmproduzenten Dr. Manfred Bölk aus Köln für seinen SWR/ARD-Dokumentarfilm „Volkskrankheit Migräne: Was hilft gegen die Schmerzattacken?“. Die Jury befand, dass der Film in vorbildlicher Weise neueste wissenschaftliche Erkenntnisse korrekt und verständlich vermittelt. Der Zuschauer könne die biologischen Vorgänge von Migräne und Kopfschmerzen unmittelbar verstehen und miterleben. Gleichzeitig sei es gelungen, die Auswirkungen des Migräneleidens emotional zu vermitteln und durch den Zuschauer direkt mitfühlen zu lassen. Der Film schaffe Verständnis und erreiche so auch Menschen, die nicht selbst an Migräne und Kopfschmerzen leiden. Er ermögliche ausdrucksstarke emotionale Anknüpfungspunkte und motiviere, sich mit dem Thema näher zu beschäftigen. Migräne und Kopfschmerzen betreffen alle Altersgruppen von der frühen Kindheit bis ins Alter. Der Dokumentarfilm skizziere die jahrelangen Irrwege, Fehldiagnosen und ineffektiven Behandlungen, bis endlich, während der Dreharbeiten, eine zeitgemäße spezialisierte und gezielte Schmerztherapie eröffnet werde. Der Dokumentarfilm mache Mut, trotz jahrelanger Leidenswege eine zeitgemäße koordinierte Migräne- und Kopfschmerztherapie zu initiieren, er vermittle die modernen biologischen Hintergründe der Krankheitsmechanismen und stelle die ausgeprägten individuellen und gesellschaftlichen Auswirkungen der Volkskrankheit Migräne dar. Durch die Verbindung von wissenschaftlicher Exaktheit, emotionaler Betroffenheit und Vermittlung von Zuversicht durch effektive Behandlungsmöglichkeiten sei der Film ein gelungenes Beispiel für medizinische Aufklärung und Information.

DSC_4051Der Deutsche Migräne- und Kopfschmerzpreis 2014 im Bereich Selbsthilfe ging an Frau Bettina Frank, München. Frau Frank hat bereits früh die Möglichkeiten des Internets und der sozialen Medien für die bundesweite Aufklärung und Information von Betroffenen eingesetzt. Für Migräne- und Kopfschmerzbetroffene habe sie das soziale Netz „Headbook“ auf www.headbook.me initiiert und umgesetzt. Headbook wurde im Jahr 2010 von ihr entwickelt. Es werde ehrenamtlich und engagiert von ihr moderiert. Es stelle eine moderne Möglichkeit für den Informationsaustausch und die Vertiefung des Wissens für alle Bereiche von Migräne und Kopfschmerzen dar. Headbook stehe der allgemeinen Öffentlichkeit völlig frei zur Verfügung und sei das größte soziale Netzwerk zum Thema. Parallel dazu habe Frau Frank eine Selbsthilfegruppe auf Facebook initiiert, die Migräne-Community. Diese sozialen Netze werden regelmäßig von Frau Frank ehrenamtlich betreut und geleitet. Über mehr als 5.000 aktive Mitglieder tauschen sich täglich aus. Die von ihr gegründeten sozialen Netze vermitteln täglich an über 30.000 Nutzern das aktuelle Wissen zu Migräne und Kopfschmerzen. Frau Frank organisiere zudem regelmäßige bundesweite persönliche Mitgliedstreffen und berate individuell im Rahmen ihrer Selbsthilfearbeit zum Thema Migräne und Kopfschmerzen.

DSC_4047Den Deutschen Migräne- und Kopfschmerzpreis 2014 im Bereich Versorgung erhielt Dr. med. Axel Heinze, Facharzt für Neurologie und leitender Oberarzt der Schmerzklinik Kiel. Die Jury stellte die jahrelange Pionierarbeit von Dr. Heinze im Aufbau der integrierten und koordinierten Versorgung für Migräne- und Kopfschmerzpatienten heraus. Der Preisträger zeige dabei kontinuierlichen und unermüdlichen Einsatz über mehr als 20 Jahre. Dr. Heinze habe bei der Entwicklung des bundesweiten koordinierten Kopfschmerzbehandlungsnetzes innovative Ideen in die praktische Umsetzung der integrierten Versorgung eingebracht und praktisch umgesetzt. Seine Leistungen in der Erarbeitung von Praxisleitlinien für die Behandlung von Migräne und Kopfschmerzen sowie die Übersetzung der Klassifikation von Migräne, Kopfschmerzen und Neuralgien der Internationalen Kopfschmerzgesellschaft mache das aktuelle Wissen für die Versorgung von Migräne- und Kopfschmerzpatienten direkt verfügbar. Dr. Heinze sei kontinuierlich bundesweit für Information, Aufklärung und Organisation von Selbsthilfegruppen und für Infoveranstaltungen von Krankenkassen tätig. Er leite Fortbildungs- und Weiterbildungskurse für Ärztinnen und Ärzte und auch fachübergreifend für alle weiteren beteiligten therapeutischen Berufe auf dem Gebiet der speziellen Migräne- und Kopfschmerztherapie. Sein engagierter nachhaltiger Einsatz und seine außerordentliche Leistung für die bessere Versorgung verdiene daher besondere Anerkennung und sei ausschlaggebend für die Vergabe des Versorgungspreises 2014.

Prof. Dr. Hartmut Göbel würdigte als Laudator den herausragenden Einsatz, die Pionierarbeit und das besondere Engagement der Preisträgerin und der Preisträger. „Sie machen die Vorgänge von Migräne und Kopfschmerzen dem Betroffenen verständlich. Sie zeigen neue und effektive Wege zu einer besseren und koordinierten Versorgung auf. Das stetige Engagement, die besondere Innovationskraft, der nachhaltige Einsatz für Aufklärung, Information und Versorgung verdienen Anerkennung“.

 

2 Kommentare

  1. Pia Ersfeld 1. Dezember 2014 um 23:59 Uhr

    Herzlichen Glückwunsch an alle Preisträger!

    Dir, liebe Bettina, ein besonderes Dankeschön für Deine engagierte und liebevolle professionelle Unterstützung, die Du uns allen täglich angedeihen läßt!!
    Schön, daß es Dich gibt!

  2. Dr. Harald Müller 29. November 2014 um 18:50 Uhr

    Ich möchte den Preisträgern im Namen unseres Verbandes ganz herzlich gratulieren.

    Sie haben durch ihre Arbeit eindrucksvoll gezeigt, wie wichtig es ist, sich dem Thema Kopfschmerz mit unterschiedlichen Herangehensweisen zu nähern, sei es durch direkte Patientenbetreuung und -Versorgung, sei es durch journalistisch dokumentarische Arbeit oder aber auch durch die Bereitstellung und Betreuung von internetbasierten Austauschforen.

    Das Zusammenwirken all dieser Arbeiten im Kontext mit dem Kopfschmerznetzwerk führt zu einer verbesserten, innovativen und zeitgemäßen Versorgung der Kopfschmerzpatienten.

    Und dies gilt nicht nur für die Patienten, die an häufigen Erkrankungen, wie Migräne oder Spannungskopfschmerz leiden, sondern in großem Maße auch für die Patienten mit seltenen Kopfschmerzerkrankungen wie dem Clusterkopfschmerz-Syndrom, CPH, SUNCT und vielen anderen.

    Ich danke Ihnen für ihre herausragende und beispielgebende Arbeit zum Wohle der Kopfschmerzpatienten.

    Dr. Harald Müller
    Bundesverband der Clusterkopfschmerz-Selbsthilfegruppen _ CSG e.V.

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