Kopfschmerzen bei Kindern und Jugendlichen

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Kopfschmerzen bei Kindern und Jugendlichen

Die Wissenschaft unterscheidet heute 363 Kopfschmerzdiagnosen. Drei Kopfschmerztypen sind besonders bedeutsam:

Der Migräneschmerz entsteht durch eine sogenannte neurogene Entzündung an den Blutgefäßen (Adern) der Hirnhäute. Dort werden bestimmte Nervenbotenstoffe freigesetzt, die lokal eine Entzündung bedingen. Dies führt zu einer erhöhten Schmerzempfindlichkeit der Gefäßhäute, jede Erschütterung, jede Bewegung, jedes Pulsieren und Pochen tut daher weh. Die Auslösung der übermäßigen Freisetzung dieser Entzündungsstoffe entsteht durch eine Aktivierung von bestimmten Nervenkernen im Hirnstamm. Ursache dafür ist ein Energiedefizit durch erhöhten Energieumsatz in den Nervenzellen. Es sind heute 12 Risikogene für die Migräne bekannt. Diese führen zu einer Verstärkung und Freisetzung der besprochenen Botenstoffe im Nervensystem. Daraus leitet sich ab, dass die Migränetherapie komplex in dieses Geschehen eingreifen muss, um das Kopfschmerzgeschehen zu stabilisieren. Kopfschmerzen können schwer behindernde Erkrankungen sein, denen biologische Mechanismen zugrunde liegen.

Beim Kopfschmerz vom Spannungstyp ist nach heutiger Vorstellung eine Erschöpfung der zentralen Schmerzverarbeitung im Gehirn ursächlich verantwortlich. Das körpereigene Schmerzregulationssystem ist durch die übermäßige Inanspruchnahme durch Schmerzreize erschöpft. Schmerzmechanismen können nicht mehr ausreichend reguliert werden und es resultieren episodische und im weiteren Verlauf chronische Schmerzen.

Die Entstehung des Kopfschmerzes bei Medikamentenübergebrauch wird mit einer schmerzmittelbedingten Erschöpfung des körpereigenen Schmerzabwehrsystems erklärt. Durch die häufigen Schmerzattacken und die übermäßige Einnahme von akuten Schmerzmitteln wird das körpereigene Schmerzabwehrsystem zunehmend geschwächt und es entstehen zunehmend mehr Kopfschmerzepisoden bis hin zu einem Dauerkopfschmerz am Ende der Entwicklung.

Merkmale

Eine Migräneattacke bei Kindern dauert 2–72 Stunden. Es bestehen während der Kopfschmerzphase meist Blässe, Schwindel, Müdigkeit, Reizbarkeit, Lichtempfindlichkeit und Lärmempfindlichkeit. Die Kinder können erhöhte Temperaturen aufweisen, gähnen oder

unruhig sein und geben auch in anderen Körperregionen Schmerzen an, insbesondere klagen sie über Bauchweh. Im Vordergrund können auch Störungen der Verdauungsorgane wie Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall stehen. Sehstörungen, Muskelschwäche und Sprachstörungen können bei einem Teil der Kinder zusätzlich vor den Kopfschmerzen auftreten und dauern meist 30 bis 60 Minuten. Am häufigsten beginnen die Kopfschmerzen am Morgen nach dem Aufwachen. Sie klingen dann meist bis zum späten Vormittag ab. Dadurch entsteht manchmal der Eindruck, als ob das Kind sich vor dem Schulbesuch drücken möchte. Es handelt sich dabei jedoch um einen typischen Verlauf, der durch ein Energiedefizit in den Nervenzellen am frühen Morgen und die zeitliche Abfolge der Migränesymptome bedingt ist.

Auftreten

Kinder können vom ersten Lebensjahr an unter Kopfschmerzen leiden. In der Praxis zeigt sich aber, dass regelmäßige Kopfschmerzen häufig im zweiten oder dritten Lebensjahr ihren Anfang nehmen. Viele Kinder können diese Schmerzen aber bis zum Grundschulalter nicht richtig benennen. Sie sprechen dann oft von Bauchschmerzen oder Übelkeit, meinen aber Kopfschmerz. Aus internationalen Studien ist bekannt, dass die Kopfschmerzprävalenz mit der Einschulung drastisch steigt. Experten erklären sich das mit den Leistungsanforderungen, die das Kind in der Schule erfüllen muss. Stress und Druck steigern Kopfschmerzen. Haben im ersten Schuljahr häufiger Jungen Kopfschmerzen, dreht sich das Bild bis zur Pubertät. Etwa ab dem 14. Lebensjahr liegt das Übergewicht bei den Mädchen. Ärzte raten, Kopfweh so früh wie möglich zu behandeln, um eine Chronifizierung zu verhindern.

Entstehung

Eine Migräneattacke bei Kindern dauert zwei bis 72 Stunden. Der Migräneschmerz entsteht durch eine neurogene Entzündung an den Blutgefäßen der Hirnhäute. Dort werden bestimmte Nervenbotenstoffe freigesetzt, die lokal eine Entzündung bedingen. Dies führt zu einer erhöhten Schmerzempfindlichkeit. Typisch für Kopfschmerzen vom Migränetyp sind pulsierende und pochende Schmerzen, die in der Regel einseitig auftreten, die Seite aber wechseln können. Zusätzlich treten oft Symptome wie Schwindel, Blässe, Erbrechen oder Lichtempfindlichkeit auf. Durch Bewegung und Aktivität wird der Schmerz schlimmer. Für den Kopfschmerz vom Spannungstyp ist nach heutiger Vorstellung eine Erschöpfung der zentralen Schmerzverarbeitung im Gehirn verantwortlich. Das körpereigene Schmerzsystem ist durch die übermäßige Inanspruchnahme durch Schmerzreize, gerade aus dem Nackenbereich, erschöpft.

Spannungskopfschmerz taucht meist erst bei Kindern über 15 Jahren auf. Er betrifft den ganzen Kopf, aber vor allem den Nackenbereich. Begleitsymptome sind selten, körperliche Bewegung verschlimmert die Schmerzen nicht.

Kopfschmerzen bei Medikamentenübergebrauch treten auf, wenn das Kind länger Schmerzmittel nimmt. Den Grund für diese Kopfschmerzen sehen Experten in einer schmerzmittelbedingten Erschöpfung des körpereigenen Schmerzabwehrsystems. Die Folge: mehr Schmerzen bis zum Dauerkopfschmerz. Auf der Homepage der Kieler Schmerzklinik www.schmerzklinik.de kann man einen Kopfschmerz-Schnelltest finden, der eine erste Einschätzung erlaubt.

Verhaltensregeln

  1. Nehmen Sie Ihr Kind ernst. Bagatellisieren Sie die Beschwerden nicht.
  2. Geben Sie Ihrem Kind bei wiederkehrenden Kopfschmerzen keine frei verkäuflichen Schmerzmittel. Fragen Sie besser einen Arzt.
  3. Hauptauslöser für Kopfschmerzen bei Kindern ist Stress. Versuchen Sie, diesen für das Kind durch einen möglichst geregelten Alltag zu minimieren. Wichtig dabei ist: ausreichend Schlaf, Ruhepausen auch am Tag, begrenzter Medienkonsum, regelmäßige Essenszeiten und Bewegung.
  4. Achten Sie darauf, dass Ihr Kind ausreichend trinkt, vollwertig isst und immer frühstückt.
  5. Achten Sie auf schlechte Luft. Schwüle und Hitze im Zimmer fördern den Schmerz

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