Schneller denken, tiefer empfinden, ständig wahrnehmen

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Schneller denken, tiefer empfinden, ständig wahrnehmen

Migräne entsteht durch eine genetisch bedingte Reizverarbeitungsstörung. Diese angeborene besondere Empfindlichkeit auf Reize führt zu episodisch auftretenden Migräneanfällen. Sie wirkt sich jedoch auch zwischen den Anfällen aus. Das Nervensystem des Migränepatienten reagiert besonders sensitiv auf schnelle und übermäßige Reize (z.B. Stress, Ärger, Anspannung, Lärm, Licht) und kann sich vor Reizüberflutung nicht ausreichend schützen. Migränepatienten gewöhnen sich nicht an wiederkehrende Reize, wie es üblicherweise der Fall ist. Die erhöhte Reagibilität des Gehirns bedingt einen fortwährenden Anstieg der Gehirnaktivität und in der Folge ein Energiedefizit in den Nervenzellen. Die elektrische Aktivität der Hirnrinde wird gestört oder bricht ganz zusammen. Die Überaktivität von Nervenzellverbänden geht mit einer unkontrollierten Freisetzung von Botenstoffen einher. Als Folge kommt es in den Blutgefäßen der Hirnhäute zu einer neurogenen Entzündungsreaktion. Es entstehen pulsierende, pochende Schmerzen. Körperliche Tätigkeit verstärkt die Schmerzen, es muss daher meist Bettruhe eingehalten werden. Eine weitere Folge ist die Aktivierung von Schutzreflexen in Form von Übelkeit und Erbrechen. Bei der chronischen Migräne breitet sich die Sensitivierung sowohl zeitlich als auch räumlich aus.

3 Kommentare

  1. Cedes5 11. Dezember 2014 um 18:22 Uhr

    Liebe Tessa, den Artikel könnte ich geschrieben haben… wo andere noch auf“dröseln“, will ich eine Entscheidung treffen oder getroffen haben. Ich bin 53 Jahre alt und habe seit 46 Jahren Migräne mit bis zu 13 Tagen im Monat. Die Medien und auch Ärzte interessiert das Thema nicht, denn wir leiden still!

  2. tessa 2. November 2014 um 1:00 Uhr

    Ja, das Video spiegelt mich beziehungsweise meinen Kopfschmerz optimal wider.
    Mir sind andere Menschen viel zu langsam im Denken, Sprechen und Verstehen! Diese Menschen begreifen mich nicht und auch meine Gefühle nicht. Aber wenn ich für mich normal denke oder spreche heißt/hieß es oft: „Ich würde keine Struktur im Denken haben weil ich schnell (zu schnell für jeden Menschen ohne diese Diagnose) von einem Tema zum anderen springe. Ich schließe nach kurzer Zeit das Thema ab weil es für mich klar ist und es z.B. nur noch einer Entscheidung bedürfte. Die Anderen sind dann noch beim ersten Satz und müssen diesen erst verarbeiten. Meine Geduld wird im Laufe meines Lebens immer weniger was dazu führt dass ich genervter bin als noch vor Jahren.
    Selbst Ärzte wollten mir dann zur Änderung des angeblichen strukturlosen Denkens Medikamente geben. Welche ich aber nicht genommen habe weil mir damals schon klar war, dass es keiner Korrektur bedurfte sondern für mich so richtig ist. Unverständnis, selbst bei Erklärungen meinerseits wurde ich heute noch als Simulant hingestellt.
    Ich, 64 Jahre alt, habe seit über 46 Jahren täglich starke Spanungskopfschmerzen und seit 38 Jahren schwere Migräne mit bis zu 18 Tagen im Monat. Seit 2005 in Erwerbsunfähigkeit-Rente!
    Es wäre hilfreich (für Patienten mit Erkrankungen die keiner von außen erkennen kann) eine Aufklärung in den Medien zu führen, damit wir nicht in die Bedrängnis einer der Erklärung/Verteidigung kommen müssen. Denn mit Verständnis für die Diagnose Maräne (die, die Lebensqualität so sehr beeinträchtig das, das Leben der Betroffenen um einiges schwieriger macht als ohne Migräne oder Schmerze) wäre vielleicht schon der Anfang gemacht damit für Patienten/-innen eines Tages der Alltag erträglicher wird.

  3. Hinterstoisser Renate 28. Juni 2014 um 8:41 Uhr

    sehr sehr guter Beitrag

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