„Ich habe chronische Migräne“

„Ich habe chronische Migräne“

Migräne ist eine neurologische Erkrankung. Den meisten Betroffenen sieht man die Krankheit nicht an, außer, man trifft sie im akuten Anfall. Migräne, insbesondere die chronische Migräne, ist kein simpler Kopfschmerz, sondern eine der schlimmsten Schmerzzustände, die Menschen heimsuchen. Besonders Frauen sind sehr schwer betroffenen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zählt die Migräne zu den am schwersten behindernden Erkrankungen des Menschen. Manchmal beginnt die Attacke mit Aura-Symptomen, das sind neurologische Ausfälle wie flimmernde Sehstörungen, Wortfindungsstörungen, Sprachstörungen, Kribbel-Missempfindungen, Lähmungen und Störungen der Wachheit bis zur Bewusstlosigkeit. Es folgen die typischen meist einseitigen, stechenden, hämmernden, pulsierenden schweren Kopfschmerzen, welche bis zu drei Tage anhalten und Bettlägerigkeit erzwingen. Der gesamte Körper ist dabei in Mitleidenschaft gezogen: Zusätzlich leiden die Erkrankten unter Übelkeit und/oder Erbrechen, Schwindel, Erschöpfung, Licht- und Lärmüberempfindlichkeit, sozialer Isolation, Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit und Depression. Migräne ist eine eigenständige primäre Erkrankung und nicht das Symptom einer anderen Störung. Betroffene sind weder arbeitsunwillig, psychisch krank noch suchen sie nach Aufmerksamkeit. Sie erwarten nur, sich nicht rechtfertigen zu müssen, nicht belächelt und nicht durch Vorurteile diskriminiert zu werden. Drei betroffene Menschen schildern im Videobeitrag ihre Erkrankung.

3 Kommentare

  1. C.B. 25. Februar 2017 um 4:57 Uhr

    Hallo,
    Ich leide seit bereits seit 10 Jahren (8. Lebensjahr) an chronischer Migräne. Zuerst stand die Diagnose: Spannungskopfschmerzen. Doch mit Beginn der Pubertät hat es sich verschlimmert – vorallem unter Stress.
    Selbst meine Eltern hatten die ersten paar Jahre meine Kopfschmerzen nicht ernst genommen, bis ich anfing mich zu übergeben und das heftige Stechen mir kaum noch einen normalen Alltag erlaubt hat. Auch fühlte ich mich oft isoliert, da niemand meine Schmerzen nachvollziehen konnte. Ich begann mehrmals in der Schule zu fehlen und fühlte mich nicht gleichberechtigt. Während andere genügend Zeit hatten, um sich auf Klausuren vorzubereiten lag ich im Bett und wartete darauf, dass der Schmerz abklang. Natürlich musste ich alles nachholen – also raubte es mir meine Freizeit. Während andere ins Kino, Feiern und raus gehen konnten, muss ich darauf verzichten, da es meine Migräne triggern würde.
    Ich habe ein halbes Jahr als Prophylaxe Beta-Blocker eingenommen. Meine Kopfschmerzen schienen weniger zu werden, der Schmerz gedämpfter und so auch das Leben leichter.
    Dann sagte man mir, dass jedoch die Ergebnisse keine große Veränderung aufwiesen. Ich hatte mir eine Besserung eingebildet. Die Prophylaxe hatte mir bloß eine psychische Versicherung gegeben.
    Ich suche immer noch nach einer Lösung für meine chronische Migräne.

  2. Heike 15. Juni 2014 um 18:25 Uhr

    Hallo, ich habe seit meiner Kindheit Migräne. Seit vielen Jahren leide ich unter bis zu 25 Migränetagen im Monat mit zum Teil heftiger Aura. An den wenigen migränefreien Tagen bin ich vollkommen schmerzfrei und weiß wie schön das Leben sein könnte. Auch mehrere Schmerzmittelentzüge, in denen ich durch die Hölle gegangen bin, weil ich die Migräne ohne,,Fallschirm“ ertragen habe, waren erfolglos. Ansonsten habe ich alle medikamentösen und alternativen Methoden ausgeschöpft und nehme jetzt nur noch Metoprolol und Amitryptillin. Etliche Begleiterkrankungen schließen eine Botoxbehandlung und eine Nervenstimulation aus. Mein Lebensmut ist mittlerweile häufig auf dem Tiefpunkt. Und nach wie vor muss ich mich bei den meisten Mitmenschen, selbst Ärzten rechtfertigen, welche meinen, ich hätte ja nur ein bisschen Kopfschmerzen. Das ist eigentlich das Schlimmste, die tägliche Demütigung der Erklärungen, während im Kopf der helle schmerz tobt und man trotz Heißhunger erbricht und man wieder mal auf ein Triptan verzichtet hat, um ja nicht daran Schuld zu sein, wenn noch ein Medikamentenkopfschmerz dazu kommt. Zum Glück habe ich einen wundervollen Mann. mit dem ich die wenigen Stunden genieße und für den ich durchhalte. Trotzdem weiß ich, dass ich sein Leben mit meiner Krankheit auch sehr belaste.
    Ich wünsche alle Betroffenen, dass es vielleicht mal ein Mittel gibt, welches den Schmerz an triptanfreien Tagen lindert und ich wünschen allen eine bessere Akzeptanz bei Kollegen, Freunden und auch Ärzten. Und ich wünsche Euch ebenfalls einen Menschen an der Seite, welcher die Vorteile eine Migränikergehirns kennt und liebt.

  3. Sabine Hafner 7. Juni 2014 um 14:19 Uhr

    Hallo,
    mir es geht es seit 12 Wochen so, abends geht es mir prima, morgens gegen 4 Uhr schlafe ich unruhiger, wache aber leider nicht auf. Um 7 Uhr klingelt der Wecker und die Migräne ist in vollem Gang. Ich muss solange erbrechen, bis nur noch Galle kommt. Da es keine MCP Tropfen mehr gibt habe ich nun Motilium Tropfen bekommen. Das hilft gut und nach 20-30 Minuten nehme ich dann eine Rizatriptan 10mg Schmelz-Tablette. Als Prophylaxe habe ichnun Beta-Blocker bekommen. Ich war bei Fachärzten für Schmerz Diagnostik, alle habe mich als Depressiv abgestempelt und wollten mir Psychopharmaka verschreiben, was ich ablehnte. „Ja dann kann ich ihnen auch nicht helfen“… tolle Fachärzte. Ich habe 1-2 Anfälle pro Woche und habe nun Angst um meinen Arbeitsplatz, mein Arbeitgeber hat Verständnis, aber wie lange noch ?
    Ihr Buch Herr Hartmut Göbel habe ich mir gerade gekauft und bin schon eifrig am Lesen. Ich wünsche allen Betroffenen, dass wir alle endlich die richtigen Ärzte finden, die uns auch helfen können!

Hinterlassen Sie einen Kommentar