Nicht-Aspirin Schmerzmittel können Risiko für Fehlgeburten erhöhen

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Nicht-Aspirin Schmerzmittel können Risiko für Fehlgeburten erhöhen

Während des 1. und 2. Trimenons der Schwangerschaft darf Acetylsalicylsäure nicht eingenommen werden, außer dies ist medizinisch unbedingt notwendig. Grund dafür ist das erhöhte Risiko für Fehlgeburten und Fehlbildungen. Neue Studien zeigen nun, dass auch Schmerzmittel aus der Gruppe der sog. Non-Aspirin NSAR, wie z.B. Diclofenac, Naproxen, Celecoxib, Ibuprofen und Rofecoxib alleine oder in Kombination bei Einnahme in der frühen Schwangerschaft das Risiko für einen spontanen Schwangerschaftsabort um das 2,4-fache erhöhen können (Nakhai-Pour, H. R., P. Broy, et al. 2011). Das erhöhte Risiko trifft bereits bei niedrigen Dosierungen zu, es besteht kein dosisabhängiger Zusammenhang. Berücksichtigt man zudem, dass der Gebrauch von Non-Aspirin NSAR während der frühen Schwangerschaft das Risiko für schwerwiegende angeborene Mussbildungen erhöht, sollte deren Einnahme nur mit größter Vorsicht bei möglicher oder bestehender Schwangerschaft erfolgen. Obwohl der genaue Wirkmechanismus offen ist, wird angenommen, dass die Prostaglandine eine entscheidende Rolle dabei einnehmen. In der frühen Phase der Schwangerschaft sind die Prostaglandinspiegel in dem Teil der Gebärmutterschleimhaut, der direkt unter dem zottentragenden Teil der Fruchthülle liegt (Dezidua basalis) niedriger als in anderen Stadien des Menstruationzyklus. Grund ist in erster Linie eine reduzierte Prostaglandinsynthese. Die Schwangerschaft wird durch die Suppression der Prostaglandinsynthese unterhalten. Ein Defekt in diesem Hemmmechanismus kann zu einem vorzeitigen spontanen Schwangerschaftsabbruch führen.

Siehe auch Artikel zu Paracetamol in der Schwangerschaft

Quelle: Nakhai-Pour, H. R., P. Broy, et al. (2011). Use of nonaspirin nonsteroidal anti-inflammatory drugs during pregnancy and the risk of spontaneous abortion. CMAJ 183(15): 1713-1720.

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