Entwicklung von CGRP-Antagonist Telcagepant wird nicht weitergeführt

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Entwicklung von CGRP-Antagonist Telcagepant wird nicht weitergeführt

CGRP-Hemmer blockerien Migräne ohne gefäßverengende WirkungMerck stoppt klinisches Entwicklungsprogramm für CGRP-Antagonist Telcagepant

Mit den CGRP-Antagonisten MK-0974 und MK-3207 wurde ein neuer Therapiemechanismus in der Migränebehandlung für die klinische Anwendung entwickelt. Es handelt sich dabei um zwei in klinischen Forschungsprogrammen befindliche CGRP-Antagonisten für die Behandlung der Migräne. CGRP-Antagonisten wurden als die entscheidende Neuerung in der Behandlung der Migräne der kommenden Jahre angesehen.

Die Entwicklung des Wirkstoffes MK-3207 wurde im Jahre 2009 angehalten. Weiterführende Studien der Phase IIb und III wurden nicht auf den Weg gebracht. Die Wirksamkeit in den bisherigen Studien wurde belegt. Aus den Untersuchungen wurde jedoch deutlich, dass in Einzelfällen verzögerte Erhöhungen der Leberwerte  auftreten können. Aufgrund dieser Situation wurde entschieden, den CGRP-Antagonisten MK-3207 nicht weiter zu entwickeln.

Die Entwicklung des CGRP-Antagonisten MK-0974 (Telcagepant) wurde fortgeführt. Der Wirkstoff Telcagepant eröffnete die Option für einen klinisch anwendbaren CGRP-Rezeptorantagonisten in der Migräneakuttherapie. Er besitzt eine neuartige Wirkungsweise indem er einerseits Migräneattacken kupieren kann, andererseits jedoch nicht zu einer Gefäßverengung führt und auch nicht über den Serotoninmechanismus funktioniert. CGRP und seine Rezeptoren werden in vielen Bereichen des Gehirns gefunden. CGRP nimmt in der Weiterleitung von Migräneschmerzen nach aktuellen Forschungsergebnissen eine entscheidende Rolle ein. Während der Migräneattacke bindet CGRP an den CGRP-Rezeptoren und aktiviert diese. Dadurch werden Schmerzsignale weitergeleitet. MK-0974 (Telcagepant) ist in der Lage, CGRP an den Rezeptoren zu blockieren und kann dadurch die Übertragung von Schmerzsignalen und Migräneattacken stoppen.

Studien belegen die klinische Wirksamkeit in der Kupierung der Migräneattacke. Bei ähnlicher Wirksamkeit wie die der Triptane hat Telcagepant keine vasokonstriktorischen Nebenwirkungen wie Triptane.

Aufgrund von Leberwerterhöhungen bei einzelnen Patienten wurde die Zulassung von Telcagepant verzögert. Es handelte sich dabei um zusätzliche Studien zur Vorbeugung der Migräneattacken, wobei die Substanz zweimal pro Tag über drei Monate zur Migränevorbeugung langzeitmäßig eingesetzt worden ist. Dabei wurden bei drei Patienten Leberwerterhöhungen festgestellt. Allerdings war die Dosierung als auch die Häufigkeit der Anwendung in den Studien zur Vorbeugung der Migräne unterschiedlich zu den Studien, in denen das Arzneimittel zur Akutbehandlung einzelner Migräneattacken intermittierend eingesetzt wurde.

Die Auswertung weiterführender Sicherstudien einschließlich einer aktuellen sechsmonatigen Phase III Studie führte am 29.7.2011 zu der Mitteilung, dass die klinische Entwicklung von Telcagepant nicht weitergeführt wird.

News Breaks

Merck said it is discontinuing the clinical development program for telcagepant, the company’s investigational calcitonin gene-related peptide receptor antagonist for the treatment of acute migraine. The decision is based on an assessment of data across the clinical program, including findings from a recently completed six-month Phase III study.

3 Comments

  1. Margarete Schmidt-Breuer 14. April 2014 at 19:36

    Es gibt viele – nicht nur ältere – Migräne-Patienten, die auf gefäßverengende Medikamente verichten müssen. Da wäre Telcagepant das Attacken-Therapeutikum der Wahl gewesen!
    Die Leberwerte müssen übrigens sogar bei einer Prophylaxe mit Petasites kontrolliert werden!

    Viele Grüße
    Margarete Schmidt-Breuer
    seit 50 Jahren Migräne-geplagt

  2. Dr. med. Susanne Babel, Füssen 1. August 2011 at 15:51

    Hier steckt mehr dahinter – eine simple Transaminaenerhöhung sehe ich jeden Tag unter NSAR-Gabe – deswegen wurde keine Studie gestoppt. Die Einsicht in die Studienunterlagen zum jetzigen Zeitpunkt wäre interessant, dann wüßten wir die ganze Wahrheit…
    Gibt es weitere Studien, die an der neurogenen Entzündung der hirnzuführenden Gefäße ansetzen, oder war das der einzige Hoffnungsschimmer?
    Dr. Babel

  3. Bettina Frank 29. Juli 2011 at 14:47

    Danke für die Information. Sehr schade, denn nun sind 10 Jahre Forschung umsonst gewesen und wir um eine Hoffnung ärmer.

    Viele Grüße
    Bettina Frank

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