Entwicklung CGRP-Antagonist MK-3207 angehalten

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Entwicklung CGRP-Antagonist MK-3207 angehalten


Dr. Silberstein, Prof. Goadsby, Dr. Dodick

Dr. Silberstein, Prof. Goadsby, Dr. Dodick

Während des Internationalen Kopfschmerzkongresses am 10.09.2009 in Philadelphia, USA, wurden zahlreiche neue Daten zur Entwicklung der CGRP-Antagonisten MK-0974 und MK-3207 vorgestellt. Es handelt sich dabei um zwei in klinischen Forschungsprogrammen befindliche CGRP-Antagonisten für die Behandlung der Migräne. CGRP-Antagonisten werden als die entscheidende Neuerung in der Behandlung der Migräne der kommenden Jahre angesehen. Überraschend wurde jedoch die Entwicklung des Wirkstoffes MK-3207 angehalten. Weiterführende Studien der Phase IIb und III werden nicht auf den Weg gebracht. Die Wirksamkeit in den bisherigen Studien wurde belegt. Aus den Untersuchungen wurde jedoch deutlich, dass in Einzelfällen verzögerte Erhöhungen der Leberwerte  auftreten können. Aufgrund dieser Situation wurde am 10.9.2009 die Entscheidung mitgeteilt, den CGRP-Antagonisten MK-3207 nicht weiter zu entwickeln.

Die Entwicklung wurde von den Wissenschaftlern auf dem Internationalen Kopfschmerzkongress bedauert, da damit eine Option für die Versorgung von Kopfschmerzpatienten weniger zur Verfügung steht, in die große Hoffnungen gesetzt wurde.

Gleichwohl wird die Entwicklung des CGRP-Antagonisten MK-0974 (Telcagepant) fortgeführt werden. Der Wirkstoff MK-0974  ist ebenfalls ein neuartiger CGRP-Rezeptorantagonist. Er besitzt eine neurartige Wirkungsweise, indem er einerseits Migräneattacken kupieren kann, andererseits jedoch nicht zu einer Gefäßverengung führt und auch nicht über den Serotoninmechanismus funktioniert. CGRP und seine Rezeptoren werden in vielen Bereichen des Gehirns gefunden. CGRP ist für die Weiterleitung von Migräneschmerzen nach aktuellen Forschungsergebnissen entscheidend. Während der Migräneattacke bindet CGRP an den CGRP-Rezeptoren und aktiviert diese. Dadurch werden Schmerzsignale weitergeleitet. MK-0974 (Telcagepant) ist in der Lage, CGRP an den Rezeptoren zu blockieren und kann dadurch die Übertragung von Schmerzsignalen und Migräneattacken stoppen.

CGRP-Antagonisten in der klinischen Entwicklung

CGRP-Antagonisten in der klinischen Entwicklung

Die Herstellerfirma kündigte im April 2009 an, dass aufgrund von Leberwerterhöhungen bei einzelnen Patienten kein Zulassungsantrag für Telcagepant gestellt werden würde. Es handelt sich dabei jedoch um Studien zur Vorbeugung der Migräneattacken, wobei die Substanz zweimal pro Tag über drei Monate zur Migränevorbeugung langzeitmäßig eingesetzt worden ist. Dabei wurden bei drei Patienten ebenfalls Leberwerterhöhungen festgestellt. Allerdings war die Dosierung, als auch die Häufigkeit der Anwendung in den Studien zur Vorbeugung der Migräne unterschiedlich zu den Studien, in denen das Arzneimittel zur Akutbehandlung einzelner Migräneattacken intermittierend eingesetzt wurde.

Die aktuelle Datenlage soll nun mit den Zulassungsbehörden diskutiert werden, um das weitere Vorgehen zu entscheiden.

Weitere Informationen

http://www.merck.com/newsroom/press_releases/research_and_development/2009_0910.html

Convention Center Philadelphia

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